Badeunfälle
Badeunfälle

Corona-Pandemie erhöhte das Risiko

Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Aufgrund fehlender motorischer Fähigkeiten kann bereits ein Planschbecken zur Gefahr werden. „Kleinkinder ertrinken lautlos. Sie können den Kopf nicht über Wasser halten und gehen sofort unter, ohne sich bemerkbar zu machen“, warnte Elisabeth Kellner, Landesreferentin Rettungsschwimmen beim Wiener Jugendrotkreuz, in einer Aussendung am Mittwoch. 2019 sind in Österreich 38 Menschen ertrunken.

red/Agenturen

Die Hälfte der achtjährigen Kinder in Wien kann nicht schwimmen. Die Situation wurde vor allem durch die Pandemie verschärft, da Bäder geschlossen waren und Schwimmkurse ausfielen. „Schwimmen ist überlebenswichtig und macht Spaß. Durch die Pandemie konnten viele Kinder und Jugendliche nicht schwimmen lernen. Das Risiko für Badeunfälle ist heuer besonders groß“, erklärte Renate Hauser, Leiterin des Österreichischen Jugendrotkreuzes.

Nötige motorische Fähigkeiten um richtig zu schwimmen, sind bei Kindern erst ab fünf bis sechs Jahren fertig ausgebildet. So kann nicht nur offenes Gewässer gefährlich werden, sondern bereits Zentimetertiefe Planschbecken. „Eltern sollten daher immer ein Auge auf ihre Kinder haben. Auch Schwimmhilfen schützen nicht vor dem Ertrinken“, appelliert Kellner.

Wenige Minuten unter Wasser reichen

Auch bei älteren Menschen und bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen besteht ein erhöhtes Risiko. Ein Sprung ins kalte Wasser kann zwar abkühlen, aber bringt den Kreislauf unter Druck. Wenn der Unterschied zwischen Außen- und Wassertemperatur zu groß ist, kann der Blutdruck steigen und zum Herzinfarkt führen. „Gewöhnen Sie ihren Körper langsam an den Temperaturunterschied. Kühlen Sie sich ab, bevor Sie ins Wasser gehen“, rät Kellner.

Schon wenige Minuten unter Wasser reichen für einen Atemstillstand. „Reichen Sie Ertrinkenden einen Gegenstand, um sie aus dem Wasser zu ziehen. Wenn Sie sich zutrauen, Ertrinkende selbst aus dem Wasser zu retten, nähern Sie sich immer von hinten und nützen Sie Hilfsmittel wie Schwimmwesten und Rettungsringe“, sagte Kellner. Wenn Betroffene nicht mehr atmen, ist sofort mit der Wiederbelebung zu starten. Auch jene, die bei Bewusstsein sind, müssen zur Beobachtung ins Krankenhaus, da Folgeschäden wie Lungenversagen erst Stunden später auftreten können.

 

Badeunfall
2019 sind in Österreich 38 Menschen bei einem Badeunfall ertrunken.
FMNG
 
© medinlive | 25.10.2021 | Link: https://medinlive.at/gesundheitspolitik/corona-pandemie-erhoehte-das-risiko