Ungesunde Lebensmittel
Ungesunde Lebensmittel

Kampf den Kilos: Großbritannien beschränkt TV-Werbung

Im Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern verschärft die britische Regierung die Regeln für TV- und Online-Werbung. Von 2023 an darf im Fernsehen zwischen 21.00 Uhr und 5.30 Uhr nicht mehr für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt geworben werden und Unternehmen dürfen keine bezahlte Online-Werbung mehr schalten, wie das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mitteilte.

red/Agenturen

Betroffen sind unter anderem Produkte wie Schokolade, Softdrinks, Eis, Kekse, Chips und Pizza. Die britische Gesundheitsministerin Jo Churchill zitierte eine Studie aus dem Jahr 2019, wonach fast 60 Prozent der Werbung zwischen 18.00 und 21.00 Uhr in den werbefinanzierten Fernsehprogrammen für Lebensmittel mit viel Fett, Zucker und Salz ist. Das Verbot gilt generell auch für Streamingdienste und für Online-Werbung. Hersteller dürfen nur noch auf eigenen Kanälen wie Webseiten und Social Media für Junkfood werben.

Ausnahmen geplant

Das geplante Verbot sieht Ausnahmen für Lebensmittel vor, die zwar reich an Fett oder Zucker sind, aber kaum verarbeitet und gesund, wie Olivenöl oder Honig. Auch für kleine Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten soll es Ausnahmen geben.

Das Werbeverbot könnte dazu führen, dass 7,2 Milliarden Kalorien von den Speiseplänen der Kinder entfernt werden, betonte das Ministerium. Damit könnte die Zahl fettleibiger Kinder in den kommenden Jahr um mehr als 20 000 reduziert werden. Schätzungen zufolge ist ein Drittel aller Kinder, die in Großbritannien die Volksschule beenden, übergewichtig oder fettleibig. Premierminister Boris Johnson, der selbst einige Kilo zu viel auf den Rippen hat, hat den Kampf gegen Adipositas zur Chefsache gemacht, auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. „Abnehmen ist eine der Möglichkeiten, das Corona-Risiko zu verringern“, hatte Johnson gesagt.

 
© medinlive | 27.10.2021 | Link: https://medinlive.at/gesundheitspolitik/kampf-den-kilos-grossbritannien-beschraenkt-tv-werbung