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Frühwarnsystem für Hochrisikovarianten entwickelt

BioNTech hat mit der britischen Firma InstaDeep ein Frühwarnsystem zur Erkennung möglicher Hochrisikovarianten des Coronavirus entwickelt. Die neue Berechnungsmethode analysiere mit Hilfe künstlicher Intelligenz weltweit verfügbare Sequenzierungsdaten und könne mögliche Hochrisikovarianten innerhalb von weniger als einem Tag erkennen, teilte das Mainzer Biotechunternehmen am Dienstag mit. BioNTech erwartet heuer einen Umsatz von bis zu 17 Mrd. Euro alleine mit seinem Covid-19-Impfstoff.

red/Agenturen

Während des Versuchszeitraums habe das System mehr als 90 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation WHO identifizierten Virusvarianten im Schnitt zwei Monate im Voraus erkannt. Die hochansteckende Omikron-Variante sei von dem System am ersten Tag, an dem ihre Sequenz verfügbar wurde, als Hochrisikovariante eingestuft worden.

„Die frühzeitige Erkennung potenzieller Hochrisikovarianten könnte ein wirksames Instrument sein, um Forscher, Impfstoffentwickler, Gesundheitsbehörden und politische Entscheidungsträger zeitnah zu warnen und so mehr Zeit für die Einleitung entsprechender Maßnahmen gegen bedenkliche neue Virusvarianten zu haben", sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin. Mit InstaDeep, einem Spezialisten für Künstliche Intelligenz, war Biontech bereits Ende 2020 eine langfristige Partnerschaft eingegangen, die das Unternehmen bei der Entwicklung neuer Immuntherapien unterstützen soll.

Bis zu 17 Mrd. Euro Umsatz mit Corona-Impfstoff

BioNTech erwartet heuer Umsätze von bis zu 17 Mrd. Euro alleine mit seinem Covid-19-Impfstoff. Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz wie bisher vorhergesagt bei 16 bis 17 Mrd. Euro gelegen haben. 2022 geht Vorstandschef Sahin von einer Spanne von 13 bis 17 Mrd. Euro aus, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Investoren-Präsentation hervorgeht. Der Marktanteil des Vakzins habe sich zum Jahresende auf schätzungsweise 74 Prozent in den USA belaufen und auf 80 Prozent in Europa. Über eine Zulassung im wichtigen Markt China sei das Unternehmen weiter im Dialog mit den Behörden, sagte Vorstand Sean Marett.

Die Milliardenumsätze mit dem Impfstoff, dem ersten Produkt des Unternehmens auf dem Markt seit seiner Gründung 2008, stellen nach Einschätzung von Sahin eine „historische Chance dar, unsere Vision durch Reinvestitionen in das Unternehmen zu beschleunigen.“ Dabei zieht er auch ergänzende Übernahmen in Betracht. Ermutigt durch die Gewinnaussichten hat BioNTech bei verschiedenen Produktkandidaten die klinische Prüfung am Menschen - die bei weitem teuerste Phase der Entwicklung neuer Medikamente - beschleunigt. Im vergangenen Jahr hat BioNTech fünf klinische Studien mit Krebsmedikamenten begonnen, die zuvor nicht am Menschen getestet wurden, und zwei Studien in die zweite Phase der Entwicklung gebracht.

Darüber hinaus hat BioNTech einen Grippeimpfstoff in der ersten klinischen Phase der Entwicklung und plant in diesem Jahr den Beginn von klinischen Studien am Menschen mit vier Impfstoffkandidaten gegen Gürtelrose, Malaria, Tuberkulose und Herpes Simplex. Die Zahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung stieg im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf mehr als 850.

BioNTech bekräftigte anlässlich der virtuell abgehaltenen JP Morgan Health Care Conference, dass ein an die Omikron-Variante des Coronavirus angepasster Impfstoff im März zur Verfügung stehen könnte. Insgesamt strebt das Unternehmen in diesem Jahr weiterhin eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfdosen an.

 
© medinlive | 25.05.2022 | Link: https://medinlive.at/wissenschaft/fruehwarnsystem-fuer-hochrisikovarianten-entwickelt