Coronavirus

In Wiener Spitälern Vorbehalte gegen AstraZeneca-Impfstoff

In den Wiener Spitälern, wo auf Basis des Wiener Impfplans aktuell in der Breite Impfungen gegen das Corona-Virus im Gange sind, gibt es Vorbehalte gegen den AstraZeneca-Impfstoff. Wie der APA zugetragen wurde, musste aufgrund von Lieferengpässen bei Biontech/Pfizer in einigen Häusern der Impfplan angepasst werden. Dort soll nun primär das AstraZeneca-Vakzin verimpft werden. Das hat in der betroffenen Belegschaft zum Teil Aufregung und Unmut ausgelöst.

red/Agenturen

Einige Bedienstete, die sich im Glauben angemeldet hatten, sie bekämen ein Biontech/Pfizer-Vakzin geimpft, und nun stattdessen das Produkt des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca erhalten, fühlen sich getäuscht. "Das ist ein zweitklassiger Impfstoff", bemerkte eine Betroffene gegenüber der APA. Ein anderer Mitarbeiter erklärte, er werde seinen Impftermin nicht mehr wahrnehmen: "Der AstraZeneca-Impfstoff überzeugt mich nicht. Da lass ich mich lieber gar nicht impfen." Dass in Südafrika am Wochenende das geplante Verimpfen mit dem AstraZeneca-Vakzin vorübergehend gestoppt wurde, weil eine Studie auf eine begrenzte Wirkung des gegen die in dem Land grassierende SARS-CoV-2-Mutation hindeuten soll, die derzeit auch in Tirol für Schlagzeilen sorgt, dürfte das Vertrauen in den Impfstoff nicht unbedingt gestärkt haben.

Beim Wiener Gesundheitsverbund bestätigte man am Montagnachmittag auf APA-Anfrage, eine "Stimmung gegen AstraZeneca" in einigen Einrichtungen. Nachvollziehen kann man diese aber nicht. "Das ist ein genau so zugelassener Impfstoff mit einer nachgewiesenen hohen Wirksamkeit wie die anderen, die eingesetzt werden", betonte ein Sprecher. Die bestätigte Wirksamkeit von deutlich über 70 Prozent liege beispielsweise weit über jener der Influenza-Impfung. Man werde daher versuchen, "die Leute zu überzeugen, dass es überhaupt keinen Grund gibt, sich diesen Impfstoff nicht impfen zu lassen. Eine Grundimmunisierung bringt AstraZeneca mit Sicherheit."

Bei jenen Mitarbeitern, die bereits eine erste Biontech/Pfizer-Dosis injiziert bekommen haben, ist übrigens gewährleistet, dass sie die für den Vollschutz benötigte zweite Dosis vom selben Hersteller erhalten werden. Die Lieferschwierigkeiten hätten darauf keine Auswirkungen, versicherte der Gesundheitsverbund. In Wien habe man für sämtliche Impflinge vom Impftstart an die zweite Dosis - beim Biontech/Pfizer-Vakzin wird diese 21 Tage nach dem ersten Stich verabreicht - zur Seite gelegt und für den zweiten Termin reserviert.