Corona-Impfstoff

Russland hinkt bei Impfungen international hinterher

Ungeachtet euphorischer Berichte der russischen Führung über die Erfolge des eigenen Corona-Impfstoffes Sputnik V sind im Land noch vergleichsweise wenige Menschen geimpft. Bisher hätten rund 2,2 Mio. Russen mindestens eine von zwei notwendigen Injektionen des Präparats erhalten, sagte am Mittwoch ein Vertreter des staatlichen Gamaleja-Forschungszentrums, das das Mittel entwickelt hatte, laut Agentur Interfax. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung des Riesenreichs.

red/Agenturen

Damit ist Russland im internationalen Vergleich entwickelter Länder weit abgeschlagen - erst Recht im Vergleich mit Ländern, die ebenfalls Impfstoffe produzieren. Russland sieht sich zudem Vorwürfen ausgesetzt, nicht transparent mit Zahlen zu arbeiten. Das Statistikamt veröffentlichte kürzlich Corona-Totenzahlen für 2020, die mehr als doppelt so hoch sind wie von der Regierung angegeben. Russland hatte zuletzt verschiedene Corona-Einschränkungen gelockert. Laut offizieller Corona-Statistik war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro Tag mit knapp 14.500 am Mittwoch so niedrig wie seit Mitte Oktober nicht mehr.

Präsident Wladimir Putin lobt Sputnik V als besten Impfstoff der Welt und bescheinigte Russland aufgrund insgesamt drei eigener Vakzine „Führungspositionen in der Welt“. Bereits im Dezember wurde der Beginn von Massenimpfungen verkündet. Doch viele Russen sind Umfragen zufolge skeptisch - auch, weil sich der Kremlchef bisher selbst nicht impfen ließ. Außerdem gibt es Berichte über Produktionsschwierigkeiten.