Luftfahrt

Corona und Klimaschutz kippen Flughafenausbau in Paris

Coronakrise und Klimaschutz haben die Pläne zum Ausbau des Flughafens Paris Charles de Gaulle zunichtegemacht. Die Regierung habe die Flughafengesellschaft aufgefordert, „das obsolete und nicht länger in Einklang mit der Umweltpolitik stehende Projekt aufzugeben“, sagte die Ministerin für Ökologischen Umbau, Barbara Pompii, am Donnerstag der Zeitung „Le Monde“.

red/Agenturen

Der Flughafenbetreiber Aeroports de Paris (ADP) bestätigte das Ende des Ausbauplans für den größten Flughafen in der Europäischen Union. Die Entscheidung sei auch eine Konsequenz der Coronakrise.

Am Pariser Hauptflughafen war der Bau eines vierten Terminals mit einer Kapazität von 35 bis 40 Millionen Passagieren im Jahr geplant. Das hätte eine Ausweitung um 50 Prozent bedeutet und nach Angaben von ADP 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit den massiven Flugausfällen durch die Pandemie sackte die Passagierzahl 2020 um 70 Prozent auf 22,3 Millionen ab. Klimaschutzaktivisten und umliegende Kommunen kritisierten den Ausbau ohnehin. Die französische Regierung, Mehrheitsaktionärin der Flughafengesellschaft, plant außerdem ein Gesetz, das einem Anstieg der CO2-Emissionen durch eine Airport-Erweiterung einen Riegel vorschieben würde.

Nach einer neuen Studie im Auftrag der Branche könnte die Luftfahrt in Europa im Einklang mit den politischen Klimazielen der Europäischen Union bis 2050 die Netto-Emissionen auf Null drücken. Wasserstoff-Antrieb und nachhaltige Kraftstoffe könnten dazu den größten Beitrag leisten. Nur acht Prozent der Emissionen müssten durch Kompensationslösungen ausgeglichen werden. Doch müsse die EU einen Rechtsrahmen schaffen, erklärte Olivier Jankovec, Generaldirektor des Flughafenverbandes ACI Europe. „Wir nehmen unsere Verantwortung wahr, aber es ist klar, dass wir das nicht alleine schaffen“, ergänzte er.