Deutscher Chemiekonzern

Evonik baut Lipidproduktion für Corona-Impfstoff aus

Der Essener Chemiekonzern Evonik baut seine Produktion von Lipiden aus, die der Hersteller BioNTech für seinen Covid-19-Impfstoff benötigt. Evonik werde kurzfristig in die Lipidherstellung an seinen Standorten Hanau und Dossenheim investieren, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

red/Agenturen

Bereits in der zweiten Jahreshälfte sollen dort im Rahmen einer Partnerschaft mit BioNTech „kommerzielle Mengen“ produziert werden. Evonik leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Liefersicherheit des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs. Das sei „eine weitere gute Nachricht zu Impfstoffproduktion in Deutschland“, kommentierte der deutsche Gesundheitsminister Jans Spahn auf Twitter.

Lipide sind für die mRNA-Impfstoffe, wie sie BioNTech und sein US-Partner Pfizer herstellen, von großer Bedeutung. Der Botenstoff des mRNA-Vakzins wird in eine Art Hülle verpackt, die aus Lipiden besteht. Diese fettartigen Moleküle sind wichtig, damit die Wirkstoffe des mRNA-Vakzins freigesetzt werden und die Impfung ihre Wirkung entfalten kann.

„Die Pandemie erfordert entschlossenes Handeln“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann laut Mitteilung. „Wir machen daher alles möglich, um unsere Partner mit kritischen Lipiden zu beliefern.“ Evonik sei auf dem Gebiet der Lipidnanopartikel seit Jahrzehnten führend und kooperiere weltweit mit den Herstellern und Entwicklern verschiedener Arzneimittel. Von Beginn an sei Evonik an verschiedenen Projekten zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid-19 beteiligt gewesen.

In der vergangenen Woche hatte bereits der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck angekündigt, die Lieferung der von BioNTech dringend benötigten Lipide erheblich beschleunigen und die Liefermengen bis Jahresende steigern zu wollen.