Mediziner in Deutschland erwarten bei vierter Corona-Welle weniger dramatische Lage in Kliniken

Eine vierte Corona-Welle in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung von Medizinern weniger belastend auf Kliniken auswirken als die jüngste Infektionswelle. „Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle“, sagte Stefan Kluge von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben).

red/Agenturen

Kluge mahnte dennoch zur Vorsicht. Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr. „Deshalb sollten jetzt auch nicht alle Regeln, wie etwa das Maskentragen in Supermärkten, aufgehoben werden."

Die Leiterin der Klinischen Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Berit Lange, warnte derweil vor Abwehrschwächen von Kindern und Jugendlichen bei anderen Krankheiten als Folge der Corona-Pandemie. Lange verwies auf Berichte aus Großbritannien und den Niederlanden, wonach sich vor allem mehr kleine Kinder als in anderen Jahren mit dem sogenannten RSV, dem respiratorischen Syncytial-Virus, infizieren. Kämen dazu noch steigende Corona- und Influenza-Infektionen, könne es hier wieder zu Überlastungen des Gesundheitssystems kommen, sagte sie dem RND.