Gerichtsentscheid

Deutsches Spital muss verlorene Zahnprothese und Schmerzensgeld für Patienten zahlen

Nach dem Verlust einer Zahnprothese im Krankenhaus muss die Klinik an den betroffenen Patienten Schmerzensgeld zahlen sowie dessen neue Prothese bezahlen. Dem Mann stehen 500 Euro Schmerzensgeld zu, weil er drei Monate ohne Zahnprothese auskommen musste und dadurch in seiner Lebensqualität stark beeinträchtigt war, wie das Amtsgericht Nürnberg in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil entschied. So habe er bei nur vier eigenen Zähnen lediglich weiche Kost essen können.

red/Agenturen

Der Mann war im Sommer vergangenen Jahres sechs Tage im Krankenhaus. Vor einer Operation musste er seine Zahnprothese herausnehmen und in einen Behälter legen. Nach der Rückkehr in sein Zimmer war das Gebiss laut Urteil allerdings weg.

Obwohl der Mann direkt Ersatz verlangt habe, habe die Versicherung des Krankenhauses dies abgelehnt. Nachdem der Mann daraufhin drei Monate ohne dritte Zähne lebte, ließ er sich für rund 1400 Euro ein neues Gebiss fertigen.

Das Amtsgericht sprach ihm nun Anspruch auf Erstattung der Ausgaben sowie das Schmerzensgeld zu. Dem Urteil zufolge verletzte das Krankenhauspersonal seine Pflicht, das Gebiss ordnungsgemäß aufzubewahren - daraus ergebe sich der Anspruch. Den Patienten treffe auch kein Mitverschulden.