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Coronakrise

Fleckerlteppich bei Corona-Maßnahmen

Die stark steigenden Corona-Infektionszahlen machen weitere Maßnahmen in Ländern wie Salzburg und Tirol wahrscheinlich. Andere wie Niederösterreich und Kärnten warten ab, Vorarlberg und Burgenland sehen keinen Grund für Verschärfungen. Die Steiermark hat zuletzt bereits Maßnahmen präsentiert. Salzburg und Wien haben schon striktere Regelungen. In Oberösterreich spitzt sich dieSituation weiter zu.

red/Agenturen

Im Bundesland Salzburg gilt bereits seit dem 18. Oktober eine FFP2-Maskenpflicht für den Handel, Kultureinrichtungen und den Besuch körpernaher Dienstleister. Zugleich wurden Mitte Oktober über drei Hochinzidenz-Gemeinden im Tennengau (Bezirk Hallein) Ausfahrtsbeschränkungen verhängt. Darüber hinaus will das Land nun in Zukunft keine Antigentests, sondern nur mehr die deutlich verlässlicheren PCR-Tests anerkennen - also die 3G-Regel mit der 2,5G-Regel ersetzen.

„Die entsprechende Verordnung könnte bereits Ende der ersten November-Woche vorliegen“, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Donnerstag zur APA. Die kostenlosen PCR-Gurgeltests seien flächendeckend allerdings erst seit gestern, 27. Oktober, in den Spar-Märkten erhältlich. „Darum wollen wir zunächst schauen, wie das System anläuft“. Was die drei Hot-Spot-Gemeinden betreffe, dürften die Ausfahrtsbeschränkungen in Adnet und Annaberg-Lungötz wie geplant mit 3. November auslaufen. In Sankt Koloman - wo die Frist bereits mit Ablauf des kommenden Sonntags endet - stagniere die Entwicklung allerdings. „Die Entscheidung über eine Verlängerung wird dabei am Freitag oder Samstag fallen.“

Tirol prüft aktuelle Lage

Das schwarz-grüne Tiroler Landesregierung prüft aktuell, ob und welche weiteren Maßnahmen gesetzt werden. Es müsse angesichts der steigenden Infektionszahlen auch von einer Steigerung der Krankenhauszahlen ausgegangen werden, so das Land auf APA-Anfrage. Laut dem - der APA vorliegenden - Arbeitsdokument der zuständigen Kommission wird die Ampel in Tirol von „orange“ auf „rot“ geschaltet.

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden 381 Neuinfektionen in Tirol verzeichnet. Auch bei der Anzahl der Covid-Patienten, die im Krankenhaus behandelt , und insbesondere bei jenen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, gebe es aktuell einen Trend nach oben, so die Verantwortlichen des Landes. Auf den Intensivstationen in den Spitälern wurden vorerst 20 Corona-Patienten behandelt - um drei mehr als am Mittwoch. Insgesamt benötigten 92 Infizierte Krankenhausbehandlung.

Ausreisekontrollen noch in Schwebe

In Kärnten waren dagegen mit Stand Donnerstagvormittag keine Verschärfungen der Corona-Maßnahmen geplant. „Man hat die Infektionslage natürlich genau im Auge - aktuell hält man in Kärnten aber die vom Bund gesetzten Maßnahmen für ausreichend“, sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst. Wo die vulnerabelste Gruppe ist - in den Alters- und Pflegeheimen - habe man in Kärnten ohnehin besonders strenge Maßnahmen gesetzt, um eine Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern.

Ob es neben aktuell bestehenden Ausreisekontrollen in niederösterreichischen Bezirken weitere Maßnahmen geben soll, werde spätestens am kommenden Mittwoch entschieden, teilte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) mit. Experten seien „beauftragt, weiterführende Maßnahmen auszuarbeiten, die sinnvoll und praktikabel sind“.

Auch werde bis dahin die 3G-Regel am Arbeitsplatz (ab 1. November, Anm.) in Kraft treten. Zudem werde man sehen, wie sich die Herbstferien auf ein Abflachen der Zahlen auswirken, so die Landesrätin. Einmal mehr wies sie auf das große Impfangebot in Niederösterreich hin und appellierte, „davon Gebrauch zu machen“.

Burgenland wohl alleinig ohne rote Ampel

Auch in Vorarlberg, das in den vergangenen zwei Wochen den negativsten Trend hatte und ab kommender Woche auch wieder an den Schulen testen wird müssen, will die Politik vorerst auf eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen verzichten. Zum jetzigen Zeitpunkt und aus heutiger Sicht seien keine strengeren als die aktuellen Bestimmungen vorgesehen, hieß es aus dem Büro des Landeshauptmanns.

Noch weiter geht man im Burgenland, das immerhin neben Wien als einziges Bundesland auf der Corona-Ampel nicht rot geschalten werden dürfte. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) strebt Lockerungen an, wenn das von ihm ausgegeben Ziel erreicht wird. Demnach sollen bis zum Landesfeiertag am 11. November 80 Prozent der impfbaren Bevölkerung gegen Corona geimpft sein. 1.141 Stiche sind hierzu noch nötig laut dem Countdown auf burgenlandimpft.at. Über die angestrebten Lockerung der Maßnahmen werde mit dem Bund gesprochen.

Die Zahlen in den Spitälern seien jedenfalls stabil, hieß es aus dem Büro des Landeshauptmanns am Donnerstag. Der Koordinationsstab Coronavirus vermeldete aktuell 110 Neuinfektionen und 21 Patienten in Krankenhäusern, davon befinden sich zwei auf der Intensivstation.

Oberösterreich: Lage spitzt sich zu

In Oberösterreich hat sich die Corona-Situation am Donnerstag weiter zugespitzt. In dem Bundesland mit der niedrigsten Impfquote und führenden Werten bei Neuinfektionen sind nach dem Bezirk Braunau auch Ausreisekontrollen aus dem Bezirk Freistadt nötig geworden. Sie beginnen am Freitag 0.00 Uhr. Ebenfalls am Freitag tritt in ganz Oberösterreich eine Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht für den gesamten Handel sowie für Kultureinrichtungen in Kraft.

Nachdem die Intensivbetten-Auslastung mit knapp 17 Prozent die kritische Zehn-Prozent-Marke schon erreicht hat, schlug nun auch der im Hochinzidenzerlass des Bundes festgelegte zweite Parameter im Bezirk Freistadt an. Bei einer Impfquote unter 60 Prozent liegt die Schwelle der über sieben Tage gemittelten Sieben-Tage-Inzidenz bei 500. Donnerstagnachmittag betrug der Mittelwertin Freistadt 503,8, der Tageswert 524,5. Im Bezirk Braunau, wo seit Dienstag bereits zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie Ausreisekontrollen stattfinden, geht die Inzidenz weiter nach oben und erreichte am Donnerstag 675,2. Mit Österreichs schlechtester Impfquote von 52,1 Prozent liegt die Grenze in jenem Bezirk bereits bei einer gemittelten Sieben-Tage-Inzidenz von 400.

Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen - sie sind im vierstelligen Bereich - hat das Land ab 29. Oktober die FFP2-Maskenpflicht auf den gesamten Handel für Kunden und Kundinnen ausgedehnt. Aber auch für Kultureinrichtungen wie Museen oder Bibliotheken gilt sie. „Wir beobachten, welche Entwicklungen es in anderen Bundesländern gibt, sind im regelmäßigen Austausch und 2G ist ein durchaus taugliches Instrument, wie der vom Bund vorgegebene Stufenplan auch vorsieht“, bewertete LH-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) die Situation.

 

 

 

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