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Coronavirus

Gewerkschaft und Minister richten Impf-Appell an Lehrer

Ende September waren 84 Prozent der Lehrer vollständig gegen Covid-19 geimpft, per Brief werden sie nun zur Auffrischungsimpfung aufgefordert. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG) appellieren an die Pädagogen, sich „zum ehestmöglichen Zeitpunkt" die dritte Impfdosis zu holen. Unterdessen wurden am ersten Testtag nach den Herbstferien in fünf Bundesländern bereits knapp 1.400 positive PCR-Tests registriert.

red/Agenturen

In dem Brief an die Lehrerschft wird betont, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit ihrer „vorbildlichen Impfbereitschaft“ einen großen Beitrag geleistet hätten. Aufgrund der Ausbreitung der Deltavariante und der Witterung in Herbst und Winter sei nun aber mit einer deutlichen Zunahme der Corona-Infektionen zu rechnen. Um weiter ausreichend geschützt zu bleiben, sollten die Pädagogen sich daher ab sechs Monate nach der Zweitimpfung, spätestens aber nach zwölf Monaten den dritten Stich holen, „um weiter bestmöglich gegen SARS-CoV-2 geschützt zu sein“. Von einem Antikörpertest vor der Auffrischung wird abgeraten, da noch nicht geklärt sei, ab welchem Wert ein verlässlicher Schutz gegen Covid-19 vorliegt. In dem Brief rufen die Minister und Kimberger außerdem zur Grippeimpfung auf, diese könne gleichzeitig mit der Corona-Schutzimpfung verabreicht werden.

1.400 positive PCR-Tests an Schulen

Unterdessen wurden am ersten Testtag nach den Herbstferien in fünf Bundesländern bereits knapp 1.400 positive PCR-Tests registriert. Das ist deutlich mehr als in der Woche vor den Ferien. Laut Zahlen des Bildungsministeriums bzw. der Stadt Wien gaben in Wien am Mittwoch 668 Schüler einen positiven Test ab, in Oberösterreich waren es 415, in der Steiermark 196, in Vorarlberg 46 und im Burgenland 43. Die anderen Bundesländer haben erst heute, Donnerstag, getestet.

Zum Vergleich: In der Woche vor den Ferien waren es in Wien bei sogar zwei Tests noch 480, in Oberösterreich (bei einem Test) 350, in der Steiermark 149, im Burgenland acht und in Vorarlberg null, da im Ländle aufgrund bis dahin geringer Infektionszahlen nicht flächendeckend getestet wurde.

Noch gar nicht eingerechnet in diese Zahlen sind jene Tests, die noch am letzten Ferientag gemacht wurden. In Wien appellierten die Bildungsdirektion bzw. zahlreiche Direktoren an die Schüler, sich via „Alles gurgelt“ bereits am Dienstag, also dem letzten Ferientag, zu testen und am Mittwoch nur mit negativem PCR-Test in die Schule zu kommen. Bei diesen Tests am Dienstag wurden 481 Infektionen verzeichnet - wobei diese Zahlen unter Umständen nicht alle Neuinfektionen sind, da das Programm von Schülern auch zum „Freitesten“ nach einer schon davor entdeckten Infektion verwendet wird.

Wiederkehr hält an Sicherheitssystem fest

Der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hielt in einer Aussendung an den derzeitigen Corona-Maßnahmen an den Schulen fest. „Mir ist wichtig, dass die bereits sehr hohen Sicherheitsmaßnahmen an Wiener Schulen gleich bleiben und es zu keinen zusätzlichen Verschärfungen kommt.“ Bevor auch nur ein Schulkind von zusätzlichen Maßnahmen betroffen sei, würden ungeimpfte Menschen mit weiteren Schritten zu rechnen haben.

Insgesamt sind am Tag nach dem Wiederbeginn der Schule 22 Klassen wegen Corona-Infektionen geschlossen, allerdings noch keine ganze Schule. In Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Kärnten wurde erst heute PCR-getestet. Die unterschiedlichen Testtage sind durch die Laborkapazitäten bedingt.

Schulbänke
Um weiter ausreichend geschützt zu bleiben, sollten die Pädagogen sich daher ab sechs Monate nach der Zweitimpfung, spätestens aber nach zwölf Monaten den dritten Stich holen.
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