Coronavirus

Niederösterreich: Allzeit-Hoch und Kritik an PCR-Testinfrastruktur

Kritik an der im Bundesland vorhandenen PCR-Testinfrastruktur hat am Mittwoch die FPÖ Niederösterreich geübt. Landespartei- und Klubobmann Udo Landbauer zufolge gibt es „viel zu lange Wartezeiten“ hinsichtlich der Ergebnisse, zudem seien die Termine teilweise über Wochen hinweg ausgebucht. „Für Berufstätige ist das eine Katastrophe. Jeder PCR-Test wird zu einem Spießrutenlauf“, konstatierte der Freiheitliche in einer Aussendung. Unterdessen wurde am Mittwoch ein Allzeit-Hoch bei den Corona-Neuinfektionen mit 2.176 Fällen verzeichnet.

red/Agenturen

Udo Landbauer führte bei seiner Kritik ins Treffen, dass mit Stand Mittwochfrüh etwa im Primärversorgungszentrum (PVZ) St. Pölten die Termine für PCR-Testungen bis einschließlich 10. Dezember ausgebucht gewesen seien. Im PVZ in Schwechat (Bezirk Bruck a. d. Leitha) würden gar keine Termine mehr vergeben. „Die Schuld dafür trägt die Politik, die blindlings Zwangsmaßnahmen beschließt. Anstatt sich zu entschuldigen und das Chaos endlich zu beseitigen, wird ständig nach neuen Ausreden gesucht, warum etwas nicht funktioniert“, sagte Landbauer. Gefordert wurde seitens der Freiheitlichen „eine Erklärung von den zuständigen Landesräten in Niederösterreich für die tausenden Arbeitnehmer“, die trotz Bemühungen keinen Testtermin bekämen oder lange auf das entsprechende Ergebnis warten müssten.

Ergebnis erst nach 40 Stunden

Auch der ORF Niederösterreich berichtete am Mittwoch von Wartezeiten auf die Auswertung von in Apotheken oder Ordinationen vorgenommenen PCR-Tests von bis zu 40 Stunden. Georg Eilenberger, Geschäftsführer des für die Apotheken und Ordinationen zuständigen Labors ENML GmbH aus St. Pölten, sieht den Grund im österreichweiten Materialmangel an Testvirolen, mit denen der jeweilige Abstrich von der Entnahme ins Labor transportiert wird.

Bei Eilenberger fehlen mehr als 200.000 solcher Plastikröhrchen. Einige tausend Stück würden jede Nacht geliefert - zu wenige, um eine rasche Auswertung möglich zu machen. Ebenfalls verantwortlich für die Wartezeiten seien die derzeit vorliegenden hohen Infektionszahlen.

Allzeit-Hoch bei Neuinfektionen in Niederösterreich

Tatsächlich wurde am Mittwoch in Niederösterreich ein Allzeit-Hoch bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Gezählt wurden binnen 24 Stunden 2.176 positive Tests, so viele wie noch nie seit dem Beginn der Pandemie. Der bisherige Rekordwert datierte mit 2.105 Fällen vom vergangenen Sonntag.

Der größte Cluster im Bundesland war - trotz eines Rückgangs von neun Infektionen - weiterhin jener im Zusammenhang mit einem Heurigenbetrieb im Bezirk Bruck a. d. Leitha. Hier gab es laut Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) 70 aktive Fälle. 65 positive Tests (plus zwölf) wurden aus der Erstaufnahmestelle Traiskirchen (Bezirk Baden) gemeldet, 18 (minus fünf) aus der Asylbetreuungsstelle in Schwechat (Bezirk Bruck a. d. Leitha).

Zwei Hotspots in Unternehmen beschäftigten den Bezirk Scheibbs. In einer Metallverarbeitungsfirma gab es 36 Erkrankungen (plus elf), bei einem Autozulieferer 41. Insgesamt 26 Fälle und damit um zwei mehr als am Tag zuvor wurden aus einem Pflegeheim im Bezirk St. Pölten gemeldet.