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Coronakrise

Niederlanden droht Teil-Lockdown, Dänemark wieder erste Beschränkungen

Die Niederlande steuern angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen auf einen neuen Teil-Lockdown zu. Das berichten niederländische Medien am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. So solle ab Samstag ein eingeschränkter Shutdown von drei Wochen beginnen, Gaststätten und die meisten Geschäfte müssten dann um 19 Uhr schließen.

red/Agenturen

Die geschäftsführende Regierung will im Laufe des Freitags über die neuen Maßnahmen entscheiden. Für den Abend ist eine Pressekonferenz angekündigt. Seit dem Vortag berät die Regierung im Catshuis, dem Amtssitz von Premier Mark Rutte. Auch über die Einführung der 2G-Regel für Gaststätten und Kultur und Sport soll entschieden werden

Nach Medieninformationen sollen Bürger nur noch höchstens vier Besucher zu Hause empfangen. Sportwettkämpfe sollen ohne Publikum stattfinden. Kinos und Theater sollten aber mit einem Impfnachweis oder einem negativen Corona-Test weiter genutzt werden dürfen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war am Donnerstag auf über 16.000 gestiegen und hat somit einen Höchstwert erreicht. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf mehr als 500 - deutlich weniger als in Österreich. Die Lage vor allem auf Intensivstationen ist so prekär, dass Krankenhäuser bereits vor dem Notzustand warnen.

„Gesellschaftskritische Krankheit“ für einen Monat

In Dänemark gilt nach zwei Monaten ohne jegliche Beschränkungen im Land  wieder vereinzelte Corona-Maßnahmen. Seit Freitag muss man unter anderem bei größeren Veranstaltungen wie Konzerten und Messen sowie im Restaurant, Beisl oder in der Diskothek wieder seinen Corona-Pass vorzeigen. Dänemark hatte angesichts hoher Impf- und niedriger Infektionszahlen am 10. September alle Beschränkungen aufgehoben.

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen jedoch stark angestiegen, zuletzt gab es die höchsten Tageswerte des gesamten Jahres. Aus diesem Grund wurde in dieser Woche beschlossen, Covid-19 für zunächst einen Monat wieder als „gesellschaftskritische Krankheit“ zu bezeichnen. Das ist notwendig, damit die Regierung ohne vollständige Parlamentszustimmung Beschränkungen wie das Vorzeigen des Corona-Passes beschließen kann.