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Coronavirus

Landeshauptmann Wallner lieferte positiven Antigentest ab

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hat sich offenbar mit dem Coronavirus infiziert. Der 54-Jährige fehlte am Mittwoch im Vorarlberger Landtag, weil ein am Dienstagabend abgegebener Antigentest positiv ausgefallen war. Mittwochfrüh wurde ein PCR-Test durchgeführt, das Ergebnis war noch ausständig, wie Landtagspräsident Harald Sonderegger (ÖVP) bei der Eröffnung der Landtagssitzung erklärte.

red/Agenturen

Nach Angaben aus dem Büro des Landeshauptmanns weist Wallner leichte Erkältungssymptome auf. „Es geht ihm soweit gut“, hieß es. Wallner wurde mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer immunisiert, seinen zweiten Stich erhielt er am 12. Juni.

Ebenfalls positiv getestet wurden außer dem Landeshauptmann die beiden Klubobmann Roland Frühstück und Veronika Marte (beide ÖVP). Auch sie befanden sich in Quarantäne und warteten auf das Ergebnis ihrer PCR-Tests. Das Fehlen von Klubobmann Daniel Zadra (Grüne) und Christina Metzler (ÖVP) war auf andere Gründe zurückzuführen.

Vorarlberg schreibt alle Ungeimpften an

Ob der durchwachsenen Impfrate wird das Land Vorarlberg per Brief alle Ungeimpften anschreiben und einen konkreten Impftermin vorschlagen. Das hat Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) am Mittwoch in der „Aktuellen Stunde“ des Landtags angekündigt. Ebenso werde ein eigenes Labor aufgebaut, um Kapazitäten bei der Corona-Testung zu schaffen. Das Infektionsteam, das das Contact Tracing durchführt, sei mittlerweile mit 435 Personen aus dem Landesdienst verstärkt worden.

Rüscher reagierte in ihrer Wortmeldung auf Vorwürfe, wonach die Landesregierung den Sommer in Bezug auf die Pandemie „verschlafen“ habe. Das stimme nicht, betonte die Landesrätin. Vielmehr habe man mit der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) einen Vertrag ausgehandelt, den die GmbH hinsichtlich der PCR-Testungen aktuell aber nicht einzuhalten in der Lage sei. Laut Einschätzung von Rüscher „werden wir es nur mit Wohnzimmertests schaffen“, sprach sie konkret PCR-Gurgeltests an. Das Land sei bereits mit dem Aufbau eines Labor beschäftigt, bis zur Inbetriebnahme dauere es aber noch einige Wochen. Für das Chaos bei den PCR-Tests entschuldigte sich die Landesrätin.

Die Impfung biete hervorragenden Schutz, der aber weit schneller nachlasse als ursprünglich gedacht. Deshalb werde man per SMS Erinnerungen zu den Booster-Impfungen verschicken, so Rüscher. Das Infektionsteam habe man aufgestockt, um Erkrankte und Kontaktpersonen noch zeitnah erreichen zu können. Auch in Bezug auf die Hotline 1450 berichtete Rüscher von einer enormen Überlastung. Mittlerweile langten täglich 12.000 Anrufe anstatt wie zuvor 3.000 Anrufe ein.