Coronavirus

Einzelhandel: Shanghai-Lockdown hat spürbare Folgen für Europa

Die ökonomischen Folgen des verlängerten Corona-Lockdowns in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai werden dem deutschen Einzelhandel zufolge auch die Verbraucher zu spüren bekommen. „Wir rechnen im Einzelhandel mit spürbaren Auswirkungen des Lockdowns in Shanghai“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

red/Agenturen

Ähnliche Entwicklungen hätten bereits in den vergangenen beiden Jahren zu Störungen der Lieferkette und Lieferschwierigkeiten insbesondere bei Unterhaltungselektronik und Spielwaren geführt. „Darunter könnte in der Folge wie bereits in der Vergangenheit die Produktvielfalt leiden“, sagte Genth. „Es wird dann schlicht weniger Auswahl innerhalb einiger Warengruppen geben, generelle Knappheiten über ganze Sortimente hinweg sind aber nicht zu erwarten.“

Die chinesischen Behörden haben den Anfang voriger Woche begonnenen Lockdown für die 26 Millionen Einwohner Shanghais wegen der Omikron-Welle auf unbefristete Zeit verlängert. Zuvor waren dort mehr als 13.000 neue Corona-Fälle an einem Tag gemeldet worden, nachdem fast alle Einwohner binnen 24 Stunden getestet worden waren - auch dank des Einsatzes von 38.000 Hilfskräften aus anderen Regionen des Landes. In Shanghai sind mehr als 2.000 deutsche Unternehmen aktiv.

Auswirkungen verzögert spürbar

„Insgesamt werden die Auswirkungen in Deutschland erst mit erheblicher Verzögerung sichtbar werden“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. „Es geht meist um Waren, die mit Containerschiffen transportiert werden. Diese sind meist über Wochen unterwegs, Ausfälle werden hier dementsprechend mit deutlicher Zeitverzögerung spürbar.“

China ist seit 2016 der wichtigste Handelspartner Deutschlands: Zwischen beiden Ländern wurden allein im vergangenen Jahr Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt. Aufgrund von Lockdowns waren in den vergangenen Wochen in wichtigen Wirtschaftsregionen wie Shenzhen oder Dongguan bereits Produktionen gedrosselt sowie Häfen geschlossen worden.