Abortion

US-Bundesstaaten wollen Schwangerschaftsabbrüche einschränken

Immer mehr US-Bundesstaaten versuchen, eine Umgehung ihrer Abtreibungsgesetze durch Medikamente zu verhindern. Wie der „San Francisco Chronicle“ laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) nun berichtete, haben 22 Bundesstaaten allein in diesem Jahr mehr als 100 Gesetzesentwürfe eingebracht, die den Versand von Abtreibungspillen verbieten sollen, meldete Kathpress am Mittwoch.

red/Agenturen

Dabei handle es sich um die Medikamente „Mifepriston“ und „Misoprostol“, die innerhalb von 48 Stunden nacheinander eingenommen werden müssen. Im vergangenen Jahr hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Beschränkungen für die Medikamente aufgehoben. Seitdem können sich Patientinnen per Telefon oder online von einem Arzt beraten und das Rezept von einer zugelassenen Apotheke zustellen lassen.

Anbieter der Abtreibungspillen sehen darin die Möglichkeit, auch Frauen in den Bundesstaaten mit den Medikamenten zu versorgen, in denen strenge Abtreibungsgesetze gelten.

In South Dakota ist ein Verbot der Pillen schon in Kraft. In Georgia möchten die Gesetzgeber die persönliche Abgabe der Medikamente vorschreiben und den Versand ohne vorherige Untersuchung bei einem Arzt verbieten. Die republikanischen Gesetzgeber der betroffenen Bundesstaaten argumentieren, die Abtreibungsmedikamente seien gesundheitlich zu riskant, um sie ohne persönliche Untersuchung einnehmen zu können.

Hintergrund der Gesetzesinitiativen in republikanischen Bundesstaaten ist ein Abtreibungsgesetz aus Mississippi, das noch in diesem Sommer vor dem US-Supreme Court behandelt werden soll. Dieses will Abtreibungen grundsätzlich nach der 15. Woche verbieten. Falls das oberste US-Gericht das Grundsatzurteil „Roe vs. Wade“ von 1973 kippt, würden die Abtreibungsgesetze in den Bundesstaaten den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen regeln. Mehr als die Hälfte hat bereits Gesetze beschlossen, die dann unmittelbar in Kraft träten.