Umbruchzeit in den Ärztekammern

Mit dem Urnengang in Salzburg ist der Reigen der Ärztekammer-Wahlen in den neun Bundesländern zu Ende. Wahlberechtigt waren österreichweit rund 48.000 Ärzte. Am Österreichischen Ärztekammertag am 24. Juni wird dann aus dem Kreis der Landes-Präsidenten der Präsident der Bundes-Ärztekammer (ÖÄK) gewählt. Klar ist: Es wird jemand neuer.

red/Agenturen

Dies deshalb, weil der bisherige Amtsinhaber Thomas Szekeres aus Wien entthront wurde, schaffte es sein langjähriger Konkurrent Johannes Steinhart von der ÖVP-nahen und in der Bundeshauptstadt stimmenstärksten „Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte“ doch diesmal, eine Koalition gegen ihn zu schmieden, die ihn am 3. Mai in Wien auf den Schild heben soll.

Bei der Bundeswahl am 24. Juni sind neben den Landes-Präsidenten auch die Kurienobleute der Landeskammern stimmberechtigt, wobei die Stimmen gemäß der Mitgliederstärke einer Kammer gewichtet werden. Neben Szekeres scheidet auch ein weiterer früherer Amtsinhaber aus: Artur Wechselberger, ÖÄK-Präsident von 2012 bis 2017, ist in Tirol nicht mehr angetreten.

In OÖ konnte die Liste des amtierenden Präsidenten Peter Niedermoser ihren Spitzenplatz verteidigen, in Kärnten tat Petra Preiss selbiges. In Vorarlberg trat eine Gemeinschaftsliste an, zu spät eingetroffene Briefwahlstimmen machten dort keinen Unterschied. In Niederösterreich übernahm „ARGUS - Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Spitalsärzte“ mit Josef Sattler die Spitze. Präsident Christoph Reisner trat nicht mehr an.

In Tirol blieb der „Verein unabhängiger Tiroler Ärzte“ vorne, personell fand aber ein Wechsel von Wechselberger zu Stefan Kastner statt. Im Burgenland wurde die neue Liste „Angestellte Ärzte für Veränderung“ mit Christian Toth die stimmenstärkste Fraktion, die Liste der angestellten Ärzte und der Spitalsärzte des amtierenden Präsidenten Michael Lang musste herbe Verluste hinnehmen. In der Steiermark deutete das Ergebnis ebenfalls auf Umbruch hin, die Interessensgemeinschaft Angestellte Ärzte des amtierenden Präsidenten Herwig Lindner wurde Zweite.

In Salzburg haben die vor der Wahl fusionierten Listen VAS (Vereinte Ärzte Salzburg) und WGS (Wahlgemeinschaft Spitalsärzte) rund um Langzeitkammerpräsident Karl Forstner (über die vier Wahlsektionen verteilt) 23 der 33 Mandaten errungen.

Die Corona-Impfgegner der Liste MFG schafften in Wien auf Anhieb sechs von 90 Mandaten, bei den niedergelassenen Allgemeinmedizinern kamen sie mit 13 Prozent Stimmanteil gar auf Platz zwei. Den Einzug in die Ärztevertretungen schaffte MFG - bzw. eine sympathisierende Liste - auch in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und dem Burgenland.

Ärztekammer
Am 24. Juni wird aus dem Kreis der Landes-Präsidenten der Präsident der Bundes-Ärztekammer (ÖÄK) gewählt.
Stefan Seelig / Ärztekammer für Wien