Coronavirus

Nationalrat: Bitte Ruhe bewahren!

Die Regierung hat Donnerstagvormittag im Nationalrat eine Erklärung zum Coronavirus abgegeben und war dabei um Beruhigung bemüht: „Corona ist absolut kein Todesurteil“, meinte etwa Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Wie sein Regierungskollege Karl Nehammer (ÖVP) betonte er, dass national wie international alles Mögliche zur Eindämmung des Virus getan werde.

red/Agenturen

Nehammer verteidigte die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen der vergangenen Tage etwa im Zusammenhang mit einer Ferieneinrichtung in Kärnten oder einer Schule in Wien. Der Opposition empfahl er, nicht mit Häme und Spott zu reagieren: „Besonnenheit und Vertrauen in die Sicherheitsbehörden ist angebracht.“

Der Innenminister verwies auf die enge Abstimmung etwa mit den italienischen Behörden, um grenzüberschreitende Warnungen sofort umsetzen zu können. Auch in Österreich werde auf allen Ebenen vorgesorgt, so hätten alle Landespolizeidirektionen Kompetenzteams aufgestellt und werde eine 24-Stunden-Labortätigkeit sicher gestellt. Weiteres werde heute bei einer Konferenz mit den Landeshauptleuten und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) besprochen.

32.000 Infizierte gelten als geheilt

Eine „Politik der ruhigen Hand“ ist nach Ansicht Anschobers vonnöten. Er bevorzuge eine Abgrenzung vom Virus gegenüber einer Eingrenzung des Landes. Der Gesundheitsminister ist auch dagegen, Reisen nach Italien überhaupt zu meiden. Allerdings glaube er nicht, dass es sinnvoll sei, jetzt in die betroffenen Regionen zu reisen.

Positiv stimmt Anschober, dass es neben den weltweit schon rund 2.000 Todesfällen auch sehr viele Personen gebe, die die Erkrankung mit dem Virus überstanden hätten. Rund 32.000 Menschen gelten als geheilt. Für Österreich bestätigte der Minister den dritten Infektionsfall, der heute in Wien bekannt geworden war.

Rudi Anschober Parlament
Die einschlägigen Kapazitätsgrenzen der österreichischen Krankenhäuser werden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorerst nicht erreicht.
Parlamentsdirektion_Thomas_Topf