Coronavirus

Italien will künftig nur klinisch relevante Fälle melden

Italien bemüht sich, den Alarm um die Coronavirus-Epidemieherde in der Lombardei und in Venetien in Grenzen zu halten. So denken die Verantwortlichen daran, künftig nur klinisch relevante Fälle mit Todesopfern oder Patienten auf der Intensivstation zu melden, sagte der wissenschaftliche Direktor des auf Infektionskrankheiten spezialisierten römischen Krankenhauses „Spallanzani“, Giuseppe Ippolito.

red/Agenturen

Italien soll somit nicht mehr täglich die Zahl der gemeldeten Infektionsfälle bekannt geben. Die Gesundheitsbehörden werden jedoch eine Liste der Infektionsfälle führen, um die epidemiologische Lage unter Kontrolle zu halten, sagte Ippolito bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Rom.

„Auf das Coronavirus positiv getestet zu werden, bedeutet nicht automatisch, dass man ansteckend ist. Dies bedeutet jedoch, dass man eine Zeit lang in Isolierung verbringen muss“, sagte Ippolito. Gegenüber einer normalen Grippe sei die Coronavirus-Todesrate leicht höher. Der Wissenschafter warnte jedoch, dass es beim Coronavirus nur einen geringen Prozentsatz gravierender Fälle gebe.

Nach Tagen größter Sorge wegen der in Norditalien ausgebrochene Epidemie scheint die italienische Regierung auf eine neue Strategie setzen zu wollen, um Panik in der Bevölkerung zu vermeiden. So soll die Zahl der Coronavirus-Tests eingeschränkt werden. Lediglich Personen mit Symptomen sollen getestet werden. Damit will man die Krankenhäuser entlasten, berichtete der Zivilschutz. Bei 96 Prozent der getesteten Menschen war das Ergebnis bisher negativ.

Circa 11.000 Personen wurden in den vergangenen Tagen italienweit auf das neuartige Coronavirus getestet. Die Zahl der kontrollierten Personen sei wesentlich höher als in anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich oder Deutschland. In Italien wurden bisher 14 Todesfälle gemeldet, die auf Coronavirus zurückzuführen sind. Dabei handelt es sich meist um ältere und bereits kranke Menschen. Zudem gab es rund 540 Infektionsfälle. 42 Personen seien genesen, teilte der Zivilschutz am Donnerstag mit.