Bericht in "Nature Genetics":

Tumorzellen besiedeln eher Lymphknoten, als in die Ferne zu schweifen

Viele Krebspatienten bekommen ausgehend von einem ursprünglichen Tumor zuerst Lymphknoten-Metastasen und später Fern-Metastasen. Das passiert, weil Krebszellen aus verschiedensten Regionen des Primärtumors Lymphknoten-Geschwulste verursachen können, aber nur wenige können Fern-Geschwulste bilden, berichtet der österreichische Forscher Johannes Reiter von der Stanford University.

red/Agenturen

Reiter leitet seit Juli 2019 eine Forschungsgruppe am Canary Center for Cancer Early Detection der Stanford University (USA), wie er gegenüber der APA erklärte. Er untersuchte mit Kollegen bei Patienten mit Darmkrebs die Herkunft der entarteten Zellen in Metastasen (Tochtergeschwulsten). Die Forscher fanden heraus, dass die Abstammung und Entstehung von Lymphknoten-Metastasen und Fern-Metastasen grundsätzlich verschieden ist.

Sie berichten im Fachjournal „Nature Genetics“, dass recht wenige Zellen des Primärtumors, die meist aus der selben Region stammen, Fern-Metastasen bilden können. Viel mehr von ihnen sind aber in der Lage, zu Lymphknoten zu wandern und dort zum Schaden des Patienten zu wachsen und gedeihen.