Coronavirus

Neuer Cluster um zwei Polizeiinspektionen in Salzburg

Nach dem Auftreten eines neuen Covid-Clusters in zwei Salzburger Polizeiinspektionen ist unklar, wo sich der sogenannte Indexfall angesteckt haben könnte. „Wir wissen noch nicht, wie die Übertragung stattgefunden hat“, sagte Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler zur APA. „Möglicherweise wird sich das auch nicht mehr feststellen lassen können.“

red/Agenturen

Die erkrankten Beamten hätten neben ihren privaten Kontakten auch sehr vielen dienstliche Kontakte gehabt. Auf Urlaub sei seinem Wissen nach zuletzt aber keiner der betroffenen Kollegen gewesen, sagte Lindenthaler. Der erste Fall in der Polizeiinspektion am Bahnhof sei am Wochenende aufgetreten, die anderen Beamten wurden dann am Montag positiv getestet. „Sie waren miteinander im Dienst und dürften sich untereinander angesteckt haben.“ Zuletzt waren drei positive Covid-19-Fälle bekannt, eine weitere Person zeigte Symptome.

Um weitere Infektionen zu vermeiden, habe man sofort die beiden betroffenen Dienststellen vorübergehend geschlossen. „Wir haben uns auch dazu entschieden, alle Beamte zu testen, die ein räumliches und zeitliches Naheverhältnis zu den erkrankten Kollegen hatten, auch jene, die nicht unmittelbar betroffen sind.“ Rund 100 Polizistinnen und Polizisten und Sondereinsatzkräfte sollten noch am Dienstagnachmittag getestet werden.

Mit Ergebnissen rechnete Lindenthaler allerdings frühestens am Mittwoch, vielleicht auch erst am Donnerstag. „Wenn wir die ersten Testergebnisse haben und wissen, wer von den Gesundheitsbehörden der Kontakt-Kategorie I oder II zugeordnet worden ist, können wir uns einen guten Überblick verschaffen.“ Die Sperre der beiden Inspektionen könne aber gut von den anderen Dienststellen kompensiert werden. „Wir gehen auch davon aus, dass beide Inspektionen im Notbetrieb bald wieder starten können.“

Verpflichtender Mund-Nasen-Schutz auf der Dienststelle und auf Streife

Unterdessen hat die Landespolizeidirektion für alle Dienststellen im Bundesland entsprechende Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen erlassen. Auf der Dienststelle und im Streifendienst gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, im Parteienverkehr im Stadtpolizeikommando müssen auch alle Personen Mundschutz tragen, die eine Dienststelle betreten. „Außerdem gelten nach wie vor die allgemeinen Verhaltensregeln des Gesundheitsministeriums zum Schutz von Covid-19“, sagte Lindenthaler.

Wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, werden die Räume in den zwei Dienststellen und die Polizeiautos nun desinfiziert, die Aufgaben der beiden Posten zwischenzeitlich von umliegenden Polizeiinspektionen wahrgenommen. Das Contact-Tracing und das Containment laufen seit Montagabend auf Hochtouren.

Der Krankheitsausbruch wird von der Behörde mittlerweile als „Cluster C“ geführt. Zuletzt war es in Salzburg rund um einen Clubabend der Rotarier („Cluster A“) und um zwei private Seniorenwohnheime („Cluster B“) zu größeren Krankheitsausbrüchen gekommen. Wie die Stadt mitteilte, sei der erste Cluster bereits rückläufig, der zweite konnte eingekapselt werden und sei stabil.

In Salzburg galten mit Stand Dienstagfrüh insgesamt 21 in der Landeshauptstadt gemeldete Personen als erkrankt. 80 Personen wurden als Kategorie 1-Kontakte per Bescheid abgesondert, 50 Personen als Kategorie 2-Kontakte behördlich verkehrsbeschränkt. Die Zahl der aktiv Erkrankten im ganzen Bundesland ist in den vergangenen Tagen immer um die 50 Personen gelegen.

Salzburg Mönchsberg Altstadt
Binnen 24 Stunden kamen in Salzburg 17 positiv getestete Personen dazu. Indes verstarb in Oberösterreich ein 70-jähriger Patient mit Vorerkrankung im Zusammenhang mit Corona.
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