Coronavirus

Österreich überspringt bei Tests 750.000er-Marke

Mit Sonntag ist in Österreich die Grenze von 750.000 Corona-Tests überschritten worden. Das verkündete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in einer Aussendung. Ein wichtiger Bestandteil davon seien die neuen Screening-Tests, die nun seit gut zwei Wochen erfolgen. Die Vorbereitungen auf den „herausfordernden Herbst“ laufen auf Hochtouren.

red/Agenturen

„Diese Screening-Tests werden in den nächsten Wochen nach einem klar definierten wissenschaftlichen Programm weiter intensiviert. Natürlich werden damit auch mehr positive Ergebnisse sichtbar werden. Aber diese zusätzlichen Testungen bei symptomfreien Menschen zählen zu den wichtigsten Vorbereitungen auf den herausfordernden Herbst“, hob der Minister deren Wichtigkeit hervor.

Das Screeningprogramm sei ein zentraler Teil des Aktionsprogramms der Bundesregierung gegen eine zweite Welle, wurde weiters betont. Dabei werden Bewohner und Bewohnerinnen von Betreuungseinrichtungen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gesundheitseinrichtungen, Menschen in prekären Arbeits- und Wohnverhältnissen sowie Tests im Rahmen von epidemiologischen Studien in großer Breite durchgeführt.

In der Aussendung wurden auch einige Daten dazu bekannt gegeben: In Pflege- und Altersheimen wurden laut Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES, Stand: 16. Juli) bisher 21.816 Tests durchgeführt, mit sechs positiven Ergebnissen. Auf Schlachthöfen erfolgten 1.195 Tests mit 33 positiven Ergebnissen und im Bereich prekärer Wohnverhältnisse wurden 1.675 Tests mit acht positiven Ergebnisse dokumentiert.

17-Punkte-Aktionsprogramm bald beschlossene Sache

Auch zu den weiteren Vorbereitungen gab es in der Aussendung einen Überblick: Der „17-Punkte-Aktionsprogramm gegen eine zweite Welle“ soll Ende Juli im Sommerministerrat beschlossen werden.

Auch mit der Ausarbeitung der Corona-Ampel geht es voran. Im Sommerministerrat sollen sowohl die Ampel-Indikatoren als auch die Besetzung der Corona-Kommission beschlossen werden. Gleichzeitig werden die Leitlinien - nämlich was bei der jeweiligen Ampelfarbe passiert - mit den Expertinnen und Experten, den Ländern und den zuständigen Ministerien erarbeitet. Anschließend sollen die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Die Ampel werde in vollständiger Funktion „rechtzeitig“ vor dem Herbst eingesetzt werden können, im Testbetrieb schon früher.

Was die aktuellen Infektionszahlen in Österreich anbelangt, so stellte Anschober fest, dass diese sehr ernst genommen werden müssen, aber kein Grund für „Alarmismus“ sei: „Daher konzentrieren wir uns im Gesundheitsministerium heute sehr stark auf die Hintergrundanalysen, darunter vor allem Clusteranalysen, Testergebnisse und die Entwicklung der Infektionsrate generell in Österreich.“ Aus diesen Analysen werde der allfällige Bedarf für Zusatzmaßnahmen abgeleitet. „Ich freue mich sehr darüber, dass das Risikobewusstsein in Österreich ganz offensichtlich wieder deutlich ansteigt.“

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Der Pharmakonzern Roche möchte noch im September Millionen Corona-Antigen-Schnelltests auf den Markt bringen.
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