Coronavirus

Angst vor zweiter Welle in Frankreich wächst

In Frankreich wächst die Angst vor einer zweiten Corona-Welle: In dem Land wurden innerhalb von 24 Stunden fast 4.800 Neuansteckungen registriert. Das ist der höchste Stand seit Ende des Lockdowns im Mai. Besonders betroffen sind Paris sowie die Regionen um die Mittelmeer-Städte Marseille und Nizza. Als Gegenmittel setzt die Regierung auf eine Maskenpflicht in Unternehmen und Schulen.

red/Agenturen

Die französische Gesundheitsbehörde Sante Publique gab die Zahl der neu Infizierten am Donnerstagabend mit 4.771 an - fast tausend mehr als noch am Mittwoch. Besonders stark sei der Anstieg bei jungen Erwachsenen, betonte die Pariser Behörde. Mit mehr als 30.450 Todesfällen ist Frankreich in Europa eines der am stärksten betroffenen Länder.

In sechs französischen Departements ist den Angaben zufolge derzeit die Schwelle von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner überschritten, aber der ein Gebiet als mögliches „Risikogebiet“ gilt. Dies gilt für Paris und Teile des Umlands sowie die Verwaltungsbezirke Alpes-Maritimes um Nizza und Bouches-du-Rhone um Marseille und Aix-en-Provence.

Ungeachtet der rasch steigenden Infektionszahlen hält die französische Regierung an der Wiedereröffnung aller Schulen zum 1. September fest. Nach Angaben von Bildungsminister Michel Blanquer müssen Schüler ab elf Jahren sowie Lehrer verpflichtend einen Mund-Nasen-Schutz im Unterricht tragen. Das soll nun selbst dann gelten, wenn der Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird. Damit könnten zwei Ziele erfüllt werden, betonte Blanquer: „Schutz für alle und Bildung für alle“.

Eltern sorgen sich um Kinder in der Schule

Viele Eltern und Lehrer sind in Sorge, dass die Schulen zum Verbreitungsherd werden könnten. Auch in Frankreichs Unternehmen tritt am 1. September eine allgemeine Maskenpflicht in Kraft.

Auf die Krankenhäuser wirken sich die steigenden Infektionszahlen bisher nur sehr bedingt aus. Denn fast 80 Prozent der positiv Getesteten wiesen keine Symptome auf, wie die Pariser Gesundheitsbehörde mitteilte.

Auswirkungen gibt es allerdings bei der Fußball-Profiliga: Wegen vier infizierten Spielern beim Erstligisten Olympique Marseille musste eines der Eröffnungsspiele der Saison am Freitagabend verschoben werden. Auch in Nizza wurden zwei Spieler positiv getestet. Dies verstärkt die Katerstimmung: In Frankreichs Stadien dürfen derzeit maximal 5.000 Menschen Platz nehmen.

Die Tour de France soll dagegen wie geplant am 29. August in Nizza starten. Die Organisatoren riefen alle Zuschauer des Radrennens auf, eine Maske zu tragen.

 

 

Paris Frankreich
Frankreich hat den höchsten Stand an Covid-19-Neuinfektionen seit Ende des Lockdowns im Mai.
Pexels.com