Corona

Lage bei Spitalspersonal in Tirol angespannt

In Tirol hat sich in den Krankenanstalten zu Beginn des zweiten Lockdowns am Dienstag eine angespannte Lage beim Personal abgezeichnet. Die Situation sei aber „unter großen Anstrengungen" und mit den entsprechenden Maßnahmen, wie etwa der Verschiebung von geplanten Operationen, noch bewältigbar, teilten das Land und die tirol kliniken auf APA-Anfrage mit.

red/Agenturen

Der große Unterschied zum Lockdown im Frühjahr sei, dass nun viel mehr Mitarbeiter infiziert seien. „Wir hatten im Frühjahr nur eine Handvoll infizierter Mitarbeiter, jetzt haben wir das Vielfache davon“, sagte Johannes Schwamberger, Sprecher der tirol kliniken. So wurden in den Krankenanstalten der tirol kliniken seit Oktober mindestens 150 Mitarbeiter positiv getestet, vermutlich aber noch mehr. Eine genau Zahl sei, auch weil es sich dabei um geschützte Daten handle, schwierig festzumachen, meinte Schwamberger.

Auch in den Bezirkskrankenhäusern stellte sich die Lage ähnlich dar. Die steigenden Infektionszahlen seien eine große Herausforderung in Sachen Personalressourcen, hieß es seitens des Landes. Auch hier gab es im Frühjahr eine vergleichsweise geringe Anzahl an Infizierten beim Personal. Der Großteil der Mitarbeiter stecke sich im Privaten an, sagte Schwamberger. Am Arbeitsplatz selbst gebe es nur sehr wenige Ansteckungen.

40 zusätzliche Betten in Reha-Zentrum

In Tirol waren mit Stand Dienstagvormittag 405 Covid-Patienten hospitalisiert. 68 davon benötigten intensivmedizinische Behandlung. Im Bundesland stehen derzeit bis zu 200 Intensivbetten für alle Patienten zur Verfügung, 138 davon waren belegt.

Indes wurden zur Sicherstellung von zusätzlichen Bettenkapazitäten für Covid-Patienten im Rehabilitationszentrum Münster 40 zusätzliche Betten in Form einer Notkrankenstation eingerichtet. Die zusätzlichen Betten sollen vor allem jenen Personen zur Verfügung stehen, die nach einer Coronaerkrankung nicht mehr infektiös sind, sich auf dem Weg der Besserung befinden und nicht mehr zwingend eine Behandlung im Krankenhaus, aber dennoch eine Gesundheitsbetreuung benötigen. Drei Patienten wurden bisher nach Münster überstellt.“

Mit der Notkrankenstation in Münster können die Kapazitäten in den Tiroler Krankenanstalten bis zu einem gewissen Grad entlastet werden“, sagte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Die Erfahrung aus dem Frühjahr habe gezeigt, dass sich das Reha Zentrum Münster aufgrund der entsprechenden Ausstattung und des vorhandenen Personals dabei sehr gut für eine entsprechende Pflegebetreuung eigne. Zudem werde vonseiten des Landes derzeit die Verlegung von Tiroler Covid-Patienten in spezialisierte Reha-Einrichtungen der Sozialversicherungen in andere Bundesländer vorbereitet, um die Tiroler Krankenanstalten bei einem weiteren Anstieg der Hospitalisierungen entlasten zu können, hieß es.

Situation in Kärntner Spitälern „angespannt"

In Kärntens Spitälern ist die Situation derzeit „angespannt“, aber noch nicht kritisch. Derzeit gebe es noch ausreichend Personal, sagte eine Sprecherin der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg auf APA-Anfrage. Sollte es zu Engpässen kommen, könne man kurzfristig Pflegepersonal umschichten, notfalls aber auch aufstocken, etwa durch karenzierte Mitarbeiter oder eine Erhöhung der Stundenzahl bei Teilzeitkräften. Quarantänebedingt fallen derzeit 96 Mitarbeiter aus.

Man habe sich mit entsprechenden Stufenplänen auf einen neuerlichen Anstieg der Corona-Fälle vorbereitet. Dabei sei die Versorgung von Covid-Patienten ebenso berücksichtigt wie die Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Aufgrund des starken Anstieges der Infektionszahlen müssen mittlerweile planbare Eingriffe allerdings verschoben werden. „Die Akutversorgung ist selbstverständlich gewährleistet, Patienten mit Beschwerden sollen sich nicht scheuen, das Krankenhaus aufzusuchen“, betont man bei der Kabeg.

Hinsichtlich der Bettenkapazitäten befinde man sich teilweise in Stufe IV des Fünf-Stufen-Plans. Die Kapazitäten für Covid-Patienten teilen sich auf die einzelnen Kabeg-Häuser auf. Im Klinikum Klagenfurt stehen 110 Betten zur Verfügung, im LKH Villach sind es 75, im LKH Wolfsberg 63 und im LKH Laas 20. Dazu kommen noch Corona-Betten in den Ordensspitälern und im privaten Krankenhaus in Spittal an der Drau. In Summe sind es in Kärnten 407 Betten, dazu kommen noch 60 Intensivbetten. Aktuell gab es in Kärnten 367 Corona-Patienten in den Krankenhäusern, 34 davon waren auf der Intensivstation.