Coronavirus

Litauens Parlament schränkt Arbeit wegen Corona-Ausbruch ein

In Litauen schränkt das Parlament seine Arbeit wegen eines Corona-Ausbruchs unter Abgeordneten für knapp zwei Wochen stark ein. Das Präsidium der Volksvertretung Seimas beschloss am Montag in Vilnius, die anstehenden Parlamentssitzungen bis zum 3. Dezember zu vertagen und weitere Corona-Schutzmaßnahmen einzuführen.

red/Agenturen

Zunächst sollen sich die Abgeordneten aber noch einmal am Dienstag versammeln, um über die Kandidatur von Ingrida Simonyte als neue Regierungschefin des baltischen EU- und NATO-Landes abzustimmen. Dies teilte Parlamentspräsidentin Viktorija Cmilyte-Nielsen mit.

Simonyte war in der Vorwoche von Staatspräsident Gitanas Nauseda als Kandidatin für die Regierungsspitze nominiert worden, nachdem die konservative Vaterlandsunion stärkste Kraft bei der Parlamentswahl im Oktober wurde. Die bisherige Oppositionskraft will eine Mitte-Rechts-Regierung mit zwei liberalen Parteien bilden: Der Liberalen Bewegung und der Freiheitspartei. Das Dreierbündnis hält 74 der 141 Parlamentssitze.

Alle Liberalen in Selbstisolation

Bei der Abstimmung könnte die Regierungskoalition aber möglicherweise nicht die Mehrheit der Stimmen erreichen, da sich die ganze Fraktion der Liberalen Bewegung in Selbstisolation befindet. Mehrere Abgeordnete der Partei - darunter Cmilyte-Nielsen - hatten sich in der vergangenen Woche mit dem Coronavirus infiziert.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern ist gegenwärtig stark von der Corona-Pandemie betroffen - die Entwicklung ist nach Angaben der EU-Behörde ECDC aktuell deutlich schlechter als in Deutschland. Erst am Sonntag wurde mit 2 304 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein neuer Höchststand erreicht.

Angesichts der rasanten Neuinfektionszahlen hat die Regierung in Vilnius das gesamte Land seit 7. November für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown geschickt. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben seit dem Frühjahr über 48.000 Corona-Fälle in Litauen erfasst.

 

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