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Coronavirus

Mehr als 180.000 Neuinfektionen in den USA

In den USA haben sich mehr als 180.000 Menschen binnen 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Für Montag wurden 180.477 Neuinfektionen gemeldet, etwas weniger als am Vortag. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervor. Der bisher höchste Wert war am Samstag mit 297.491 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden.

red/Agenturen

Die Zahl der erfassten infizierten Toten binnen 24 Stunden lag am Montag bei 1.903 nach 1.396 am Vortag. Der Höchstwert war am Mittwoch vergangener Woche mit 3.744 Toten registriert worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 20,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 353.000 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

New York will Strafen für Krankenhäuser bei Verzögerung

Strafen für Krankenhäuser, die ihre Impfstoff-Zuteilung nicht innerhalb einer Woche eingesetzt haben, kündigte indes der Gouverneur des US-Bundesstaates New York an. „Ich will den Impfstoff nicht in einem Kühlschrank oder einer Kühltruhe haben“, sagte Andrew Cuomo. „Ich will ihn bei jemanden im Arm haben.“

Die Krankenhäuser in seinem Staat hätten bisher weniger als die Hälfte ihrer zugeteilten Dosen eingesetzt. Der US-Seuchenbehörde CDC zufolge ist der Anteil noch geringer: Ihren Daten zufolge wurde in New York bisher nur ein Fünftel der gelieferten 896.000 Dosen verimpft.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA nannte unterdessen Überlegungen zur Änderung der Impf-Dosierung oder -Zeiträume verfrüht. Man verfolge die Diskussionen über eine Halbierung der Dosis und einen längeren Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung, teilt die Behörde mit. Die verfügbaren Daten böten jedoch keine belastbare Grundlage für solche Schritte. Daher würden diese ein signifikantes Risiko einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit mit sich bringen.

US-Spital stellt geimpften Mitarbeitern Geld in Aussicht

Ein Krankenhaus in der US-Großstadt Houston wiederum hat seinen Mitarbeitern Medienberichten zufolge Geld für eine Impfung mit einem Corona-Vakzin in Aussicht gestellt. Die TV-Sender CBS sowie ein Ableger von ABC berichteten am Montag (Ortszeit) von einem internen Brief des Chefs vom „Houston Methodist Hospital“, Marc Bloom. In diesem habe er seinen Mitarbeitern eine Prämie von 500 Dollar (rund 400 Euro) angekündigt.

Diese sei aber unter anderem an die Bedingung einer verabreichten Covid-19-Impfung geknüpft, wobei Bloom den Berichten zufolge von einer „Erfüllung unserer Verpflichtung als Beschäftigte im Gesundheitswesen“ sprach. Ein größerer Teil der US-Gesellschaft steht Impfungen zur Eindämmung von Covid-19 einer Studie des Forschungszentrums „PEW“ aus dem November zufolge skeptisch gegenüber. Demnach wollten sich 39 Prozent der Amerikaner „wahrscheinlich“ oder „sicherlich“ nicht impfen lassen. Gegenüber der gleichen Erhebung zwei Monate zuvor hatten sich die Zahlen allerdings verbessert.

Rettungswagen transportieren manche Patienten in L.A. nicht mehr

Rettungskräfte im US-Bezirk Los Angeles sind wiederum wegen der Überlastung durch die Corona-Welle inzwischen angewiesen, bestimmte Patienten mit geringer Überlebenschance nicht mehr in Krankenhäuser zu bringen. Sollte bei einem Herzstillstand eine Wiederbelebung an Ort und Stelle nicht erfolgreich sein, sollten die Patienten „nicht transportiert werden“, hieß es in einer Anordnung des Rettungsdienstes vom Montag (Ortszeit).

Zudem soll das Verabreichen von Sauerstoff auf Patienten mit niedriger Sauerstoffsättigung im Blut von weniger als 90 Prozent begrenzt werden. Viele Krankenhäuser in dem bevölkerungsreichen Bezirk „haben einen Krisenpunkt erreicht und müssen bei der Patientenversorgung bereits sehr harte Entscheidungen treffen“, sagte die Chefin des Gesundheitsamtes, Christina Ghaly, der „Los Angeles Times“.

Den Krankenhäusern stehe nach den Feiertagen eine neue Welle an Covid-19-Patienten bevor. „Das Schlimmste liegt fast sicher noch vor uns“, sagte sie. Die Krankenhäuser würden mit Corona-Patienten überschwemmt. Vielerorts müssten Krankenwagen Stunden warten, bevor Patienten aufgenommen werden könnten, sagte Ghaly. Sie forderte die Menschen auf, Krankenhäuser nur in absoluten Notfällen aufzusuchen.

Jeder fünfte Test in Los Angeles positiv

Im Bezirk Los Angeles, zu dem auch die gleichnamige Metropole an der Westküste gehört, leben rund zehn Millionen Menschen. Aktuell fällt dort jeder fünfte Corona-Test positiv aus.

Allein am Montag gab es in dem Bezirk 9.142 neu bestätigte Corona-Neuinfektionen und 77 erfasste damit zusammenhängende Todesfälle. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in dem Bezirk im US-Bundesstaat Kalifornien nach Behördenangaben rund 830.000 bestätigte Infektionen und rund 10.300 Todesfälle erfasst. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus.

 

 

 

 

„Ich will den Impfstoff nicht in einem Kühlschrank oder einer Kühltruhe haben. Ich will ihn bei jemandem im Arm haben.“ Andrew Cuomo, Gouverneur des US-Bundesstaates New York