Corona-Impfstoff

Wien plant bereits für Massenimpfungen im zweiten Quartal

Die Stadt Wien plant bereits für jene Phase, in der die Coronavirus-Impfungen nicht - so wie derzeit - nur bei speziellen Zielgruppen zum Einsatz kommt. Man werde wohl im zweiten Quartal mit der flächenmäßigen Impfung beginnen, sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag beim Medientermin anlässlich des bevorstehenden Starts der Massentests. Diese könnten eine Art Vorbild für die Massenimpfung sein.

red/Agenturen

„Es ist denkbar, dass wir auch für die Impfung eine ähnliche Infrastruktur aufbauen“, sagte der Stadtrat. In Wien werden die Massentests an drei Standorten durchgeführt, nämlich in der Stadthalle, der Messe und der Marx Halle. Sie laufen zehn Tage, theoretisch können mehr als 900.000 Menschen dabei untersucht werden.

Wann genau die große Impfkampagne kommt, ist noch offen. Eine Vormerkplattform für Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten, soll ab 18. Jänner online gehen. Dort ist jedoch vorerst noch keine Terminvereinbarung möglich.

Derzeit wird das Vakzin in Wien - so wie im gesamten Bundesgebiet - vor allem Personen in Pflege- und Senioreneinrichtungen sowie in Spitälern - dort vorrangig in Covid-Stationen - verabreicht. Der Auftakt erfolgte noch vor dem Jahreswechsel im Allgemeinen Krankenhaus (AKH), das laut „Kurier“ in den kommenden Wochen rund 7.000 Mitarbeiter impfen lassen wird, sowie in der Klinik Favoriten. Seit gestern, Mittwoch, läuft die zweite Impfrunde.

Gesundheitspersonal mit hoher Impfbereitschaft

Laut Hacker ist die Impfbereitschaft in den Pflegeeinrichtungen hoch. Sie betrage bei den Bewohnern bis zu 80 Prozent, sagte er. Bei den Mitarbeitern liegt sie mit 70 Prozent leicht darunter.

Eine Art ungeplanter Massenimpfung ergab sich unterdessen in einem städtischen Pflegewohnhaus in Floridsdorf. Dieses erhielt laut einem Bericht der Gratiszeitung „Heute“ irrtümlich 800 Impfdosen - für 120 Bewohner. Kurzfristig wurde dort ein Impfzentrum für Personal anderer Kliniken sowie für Rettungsorganisationen eingerichtet.

Wie ein Hacker-Sprecher erläuterte, sei die Lieferung für die Klinik Favoriten gedacht gewesen. Eine Rücksendung ist in einem derartigen Fall nur schwer möglich. Denn der Impfstoff muss, sobald er aufgetaut ist, rasch injiziert werden.

Wie ernst die Lage in Senioreneinrichtungen ist, verdeutlicht auch die Entwicklung in einem Pensionistenwohnhaus in Mariahilf. Dort haben sich laut „Heute“ 33 der 250 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Allein auf einer Station sollen mehr als zwei Drittel aller Senioren erkrankt sein. Auch 14 Mitarbeiter wurden laut dem Bericht positiv getestet, darunter auch der Direktor des Wohnhauses.

 

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