Nothilfe-Aufruf

177 Millionen Kinder weltweit benötigen humanitäre Hilfe

Mehr Kinder als je zuvor seit der Gründung der UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, brauchen humanitäre Hilfe. Sie leiden besonders unter den Auswirkungen von Konflikten, extremen Wetterereignissen, der Klimakrise und der Corona-Pandemie. Daher wandte sich die UNICEF mit einem Nothilfeaufruf an Regierungen und Öffentlichkeit. Für Hilfsprogramme für 327 Millionen Menschen in 145 Ländern, darunter mehr als 177 Millionen Kinder, werden 8,31 Mrd. Euro benötigt.

red/Agenturen

Im Vergleich zu 2021 ist dabei laut UNICEF der Hilfsbedarf um 31 Prozent gestiegen. „Millionen Kindern auf der ganzen Welt leiden unter den Auswirkungen von Konflikten, extremen Wetterereignissen und der Klimakrise“, berichtete UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore am Dienstag in einer Aussendung. „Während sich die Covid-19-Pandemie ihrem dritten Jahr nähert, wird die Notlage dieser Kinder durch eine instabile Weltwirtschaft, wachsende Armut und zunehmende Ungleichheit noch verschlimmert. Wie immer sind es die Kinder, die sich bereits jetzt in einer schwierigen Situation befinden, die am stärksten betroffen sind. Sie brauchen dringend Hilfe.“

Der Nothilfeaufruf für 2022 ist sogar „der größte humanitäre Appell in der Geschichte von UNICEF“ und erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Konflikte, die immer mehr Kinder und Familien in Not bringen. Angriffe gegen Kinder in Konfliktgebieten und auf die zivile Infrastruktur, die für das Überleben der Kinder entscheidend sei, würden weiter in alarmierendem Maße stattfinden, hieß es in der Aussendung. Allein im vergangenen Jahr seien fast 24.000 schwere Kinderrechtsverletzungen offiziell verifiziert worden - das seien 72 Kinderrechtsverletzungen pro Tag.

Gleichzeitig verstärke der Klimawandel die Häufigkeit und die Intensität von Krisen. Die Zahl klimabedingter Katastrophen habe sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht. Mehr als 400 Millionen Kinder würden in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit leben.

Geld fließt in unterschiedliche Problemzonen

Mit der finanziellen Unterstützung durch den aktuellen, weltweiten Aufruf will das Kinderhilfswerk 2022 folgendermaßen helfen: 7,2 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung sollen behandelt werden. Weiters sollen 62,1 Millionen Kinder gegen Masern geimpft und 53,4 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden.

Mit den Hilfsgeldern ist außerdem geplant, 27,9 Millionen Kindern und Betreuenden Zugang zu Maßnahmen zur psychischen Gesundheit und psychosozialen Hilfe zu ermöglichen, 21,3 Millionen Kinder und Frauen mit Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt und Hilfsangeboten zu erreichen und 51,9 Millionen Menschen Zugang zu sicheren und leicht zugänglichen Anlaufstellen zu ermöglichen, um sexuelle Ausbeutung und Missbrauch durch Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisationen zu melden.

77,1 Millionen Kindern soll Zugang zu formellen und informellen Bildungsangeboten eröffnet werden, einschließlich frühkindlicher Bildung. Weiters sollen 23,6 Millionen Familien mit finanziellen Hilfen unterstützt werden.