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Coronavirus

In 24 Stunden 4.453 Corona-Neuinfektionen in Österreich

Das Coronavirus breitet sich rasant in Österreich aus. Innerhalb von 24 Stunden sind laut Gesundheits- und Innenministerium 4.453 Neuinfektionen registriert worden, die meisten in Niederösterreich. Das ist der bisher höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Es wird bereits über eine Verschärfung der Maßnahmen in Österreich spekuliert. Die Regierung plant für den Nachmittag einen Presseauftritt.

red/Agenturen

Zum ersten Mal hat ein Bundesland bei den Neuinfektion die 1.000er-Marke überschritten. In Niederösterreich wurden von Mittwoch auf Donnerstag 1.074 Fälle registriert. Allerdings waren es tags zuvor mit 103 recht wenige Neuinfektionen in dem Bundesland, das legte den Schluss nahe, dass erst heute die Daten ins Epidemiologischen Melderegister (EMS) nachgetragen wurden.

Acht Todesfälle und 821 Corona-Neuinfektionen in Wien

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Wien binnen 24 Stunden ist am Donnerstag einmal mehr deutlich in die Höhe geklettert: 821 positive Testresultate wurden eingemeldet, teilte der medizinische Krisenstab der Stadt in einer Aussendung mit (Stand: 8.00 Uhr). Überdies sind seit gestern, Mittwoch, Früh gleich acht Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

Es handelt sich um fünf Frauen, alle waren mehr als 90 Jahre alt, und drei Männer, zwischen 71 und 76 Jahren. Damit sind in der Bundeshauptstadt nun 333 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen.

Bisher wurden in Wien insgesamt 29.744 Coronavirus-Infektionen registriert. Aktiv an der Erkrankung laborieren im Moment 7.901 Menschen. Wieder gesund sind 21.510 Personen. Am gestrigen Mittwoch wurden 5.976 Tests vorgenommen, die Gesamtzahl liegt derzeit bei 615.270.

Sechs neue Todesfälle in der Steiermark

In der Steiermark waren wiederum es sechs neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus registriert wurden, wie die Landeskommunikation am Donnerstag mitteilte. Es handelt sich um zwei Frauen und vier Männer. Mit Stand 29. Oktober in der Früh sind bisher 215 Personen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Bei den neu gemeldeten Todesfällen handelt es sich eine Frau (85) und einen Mann (91) aus dem Bezirk Südoststeiermark sowie um eine Frau (91) aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Weiters sind ein Mann (70) aus dem Bezirk Leibnitz, einer (82) aus dem Bezirk Leoben sowie ein weiterer (71) aus dem Bezirk Voitsberg verstorben.

Von den Toten waren 113 Frauen und 102 Männer. Das älteste Todesopfer war Jahrgang 1919, der jüngste Verstorbene war Jahrgang 1980.

Steirische Regierung fordert bundesweite Maßnahmen

Die steirische Landesregierung appellierte nach ihrer Sitzung am Donnerstag an den Bund, einen österreichweiten Schulterschluss bei den Maßnahmen gegen das Coronavirus zu unternehmen. Dies teilten LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und LHStv. Anton Lang (SPÖ) mit. Es müsse wie in Deutschland und Frankreich gemeinsam gehandelt werden. Beide riefen die Bevölkerung auf, angesichts des Halloween- und Allerheiligen-Wochenendes vernünftig zu handeln und sich an die Maßnahmen zu halten.

Man habe angesichts steigender Infektionszahlen in der Steiermark und einer bevorstehenden roten Ampelschaltung für nahezu ganz Österreich im außerordentlichen Teil der Sitzung ein weiteres Maßnahmenpaket diskutiert, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Darin finden sich unter anderem weitere Maßnahmen für Pflegeheime sowie für Veranstaltungen und Feiern analog zu den Regelungen in Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Vorarlberg.

In der Steiermark wurde am Mittwoch von der Krankenanstaltengesellschaft ein weitgehendes Besuchsverbot in den Landesspitälern verhängt. Personal an manchen Kliniken berichtete in den vergangenen Tagen, man sei personell teils am Limit. An den Universitäten wurde die Corona-Ampel auf Orange gestellt, was u.a. zahlreiche Einschränkungen in Bürobetrieb und Lehre bedeutet.

Nur bundesweit zielführend

Die steirische Regierungsspitze betonte, man sei in der Steiermark vorbereitet. „Im Alleingang kann uns das allerdings nicht gelingen, deshalb fordern wir den Bund auf, weitere Maßnahmen umzusetzen“, sagten Schützenhöfer und Lang unisono. Dies sei notwendig, bevor das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoße.

„Es ist für uns alle keine einfache Zeit, aber wir müssen jetzt das Ganze im Kopf behalten - und das ist unsere Gesundheit. Deshalb bitten wir alle, sich auch am Wochenende rund um Halloween und Allerheiligen, an die Maßnahmen zu halten und mit Hausverstand zu handeln“, appellierten Schützenhöfer und Lang.

Drei weitere Todesfälle in Kärnten

In Kärnten wiederum sind am Mittwochabend drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Wie das Land am Donnerstag in einer Aussendung bekannt gab, handelt es sich um einen 96 Jahre alten Mann sowie eine 82-jährige und eine 84-jährige Frau, alle drei hatten Vorerkrankungen und waren im Krankenhaus behandelt worden.

In den vergangenen 24 Stunden wurden in Kärnten insgesamt 166 Neuinfektionen registriert, damit gibt es aktuell 771 infizierte Personen. 68 Menschen liegen im Krankenhaus, vier davon auf der Intensiv8859,8783station. Parallel dazu sind 54 Personen wieder genesen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt nun bei 2.334, insgesamt wurden bisher 102.939 Tests durchgeführt.

In einem Pflegeheim im Bezirk Villach-Land wurden 19 Corona-Fälle gemeldet. 15 betreffen Bewohner, von denen einer im Krankenhaus liegt, dazu kommen vier infizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zwei Todesfälle auch in Niederösterreich

Die Zahl der Covid-19-Toten in niederösterreichischen Spitälern ist am Donnerstag auf 152 gestiegen. Im Landesklinikum Amstetten starben nach Angaben von Bernhard Jany von der NÖ Landesgesundheitsagentur ein 68-Jähriger sowie eine Frau im Alter von 80 Jahren. Beide hatten an einer Grunderkrankung gelitten. Darüber hinaus starben in Gmünd ein 71 Jahre alter Mann sowie eine 88 Jahre alte Frau und in Neunkirchen eine 91-Jährige, teilte Bernhard Jany von der NÖ Landesgesundheitsagentur mit.

119 Neuinfektionen im Burgenland

Im Burgenland sind zum Glück keine weiteren Todesfälle bekannt, seit Mittwoch jedoch 119 Neuinfektionen registriert worden, teilte der Koordinationsstab Coronavirus am Donnerstag mit. 34 Personen sind im selben Zeitraum genesen. Aktuell gelten 741 Personen als infiziert. Bisher wurden 2.067 Fälle bestätigt, die Anzahl der Genesenen wird mit 1.306 beziffert.

2.124 Menschen, um 105 mehr als am Mittwoch, befinden sich im Burgenland in behördlich angeordneter, häuslicher Quarantäne. 34 an Covid-19 erkrankte Patienten werden im Spital behandelt, davon befinden sich vier in intensivmedizinischer Behandlung.

443 Neuinfektionen in Tirol

In Tirol sind indes seit Mittwochabend 443 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Im selben Zeitraum galten 330 Personen wieder als genesen. Damit erhöhte sich die Zahl der aktuell Infizierten mit Stand Donnerstagvormittag auf 3.471 Personen. Die Anzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus blieb stabil bei 119.

Die meisten Fälle gab es mit 884 im Bezirk Innsbruck-Land, gefolgt von der Landeshauptstadt Innsbruck mit 771 Fällen. Dahinter der reihte sich der Bezirk Schwaz mit 691 Fällen ein, bezogen auf die Einwohnerzahl gab es im Bezirk Schwaz jedoch die meisten Infizierten. In den Tiroler Krankenhäusern mussten mit Stand Mittwoch 159 Covid-19-Patienten versorgt werden, 19 davon benötigten intensivmedizinische Behandlung. In Tirol wurden bisher 294.220 Tests durchgeführt.

Angst Zweifel
Mehr als 1.000 neue positive Tests alleine in Niederösterreich.
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