Coronavirus

Caritas-Expertin: Covid hat Alltag in Südafrika härter gemacht

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Notleidenden in Südafrika nach Einschätzung der örtlichen Caritas stark erhöht. Die Helfer verzeichneten vermehrt Arbeitslosigkeit, Hilfsappelle und Kriminalität, berichtete Caritas-Koordinatorin Schwester Maria Rissini in Pretoria. „Arbeitslose überleben dank Sozialhilfe, die jedoch nur für Grundnahrungsmittel und oft nicht länger als eine Woche reicht.“

red/Agenturen

Die meisten Empfänger der staatlichen Hilfe von 350 Rand monatlich (umgerechnet 20 Euro) seien zusätzlich auf humanitäre Organisationen angewiesen, so die Ordensfrau laut Kathpress unter Berufung auf die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Mehr als jeder dritte Südafrikaner im arbeitsfähigen Alter war demnach mit Stand August ohne Job. „Die Betroffenen leben gemeinsam mit anderen Familien in einem einzigen Schlafzimmer, um sich die Miete leisten zu können“, sagte Rissini. Auch die Obdachlosigkeit sei zuletzt gestiegen. „Vor allem in den Straßen von Johannesburg sieht man überall Menschen, die unter Brücken schlafen und Schutz suchen. Jeden Morgen betteln sie vor Kirchen um zumindest eine Suppe“, schilderte die Caritas-Koordinatorin.

Viele Hilfsempfänger der Caritas seien Tagelöhner aus Townships. Die katholische Organisation hilft etwa mit Lebensmittelpaketen. Allerdings überstiegen die zahllosen Gesuche die Möglichkeiten der humanitären Helfer; täglich werde man gebeten, Schuldgeld oder Krankenhausrechnungen zu übernehmen, sagte Rissini. Der Alltag in Südafrika werde härter, und „diese Situation wird sich so bald nicht ändern“, so die Ordensschwester.

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