Corona-Impfstoff

Italien will in 6 Monaten mit Impfstoff-Produktion starten

Italien will innerhalb von sechs Monaten mit der Produktion von Impfstoff gegen das Coronavirus starten. Dies geht aus einem Treffen zwischen der italienischen Regierung und Vertretern von Pharmakonzernen am Mittwoch im Sitz des Wirtschaftsministeriums in Rom hervor. Der Verband der italienischen Pharmaindustrie Farmindustria bekundete seine Bereitschaft, sich an einem europäischen Projekt zur Stärkung der Impfstoff-Produktion zu beteiligen.

red/Agenturen

Industrieminister Giancarlo Giorgetti bekräftigte den Willen der Regierung, in Italien ein Zentrum für die Forschung von Medikamenten und Vakzinen mit privaten und öffentlichen Investitionen aufzubauen. Italiens Pharmaindustrie verfüge über das notwendige Know-How dazu, hieß es in Rom.

Innerhalb eines Monats will Italien die Zahl der täglich geimpften Personen auf 200.000 verdoppeln, geht aus einem Plan der italienischen Gesundheitsbehörden hervor. Ziel sei es, bis Ende des Sommers die Herdenimmunität zu erreichen. Mithilfe des Zivilschutzes soll in den nächsten Monaten die Zahl der täglich durchgeführten Impfungen gesteigert und schrittweise auf 600.000 pro Tag erhöht werden. 300.000 Mitglieder des Zivilschutzes sollen Impfungen auch in Betrieben ermöglichen.

17.083 Neuinfektionen in 24 Stunden

Die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages mit dem Coronavirus gestorben sind, ist in Italien wieder gestiegen. Am Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden 347 Todesopfer gezählt, das sind vier mehr als am Vortag. Zudem gab es 20.884 Neuinfektionen, am Vortag waren es 17.083, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Seit Beginn der Epidemie in Italien am 20. Februar 2020 kamen insgesamt 98.635 Menschen infolge einer Corona-Infektion ums Leben. Die Zahl der in den Spitälern behandelten Patienten stieg unterdessen von 19.570 auf 19.763. Auf den Intensivstationen wurden 2.411 Personen behandelt. 358.884 Abstriche wurden genommen, 5,8 Prozent fielen positiv aus. Seit dem Impfstart am 27. Dezember erhielten über 4,5 Millionen Italiener zumindest die erste Impfdosis.

Angesichts zunehmender Infektionszahlen infolge der englischen Virus-Variante droht ganz Italien Gefahr, rote Zone zu werden. Davor warnte am Mittwoch Guido Bertolaso, Berater der Region Lombardei für die Impfkampagne. Um zu vermeiden, dass sich das Virus weiterhin ausbreite, sei eine Beschleunigung der Impfkampagne notwendig, forderte Bertolaso. Die Regierung von Premier Mario Draghi müsse in Brüssel auf den Tisch klopfen, um mehr Impfdosen zu bekommen.
 

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