Ärztekammer gegen Wirkstoffverschreibung

Die Ärztekammer lehnt erwartungsgemäß die von Gesundheitsminister Rudol Anschober (Grüne) angeregte Wirkstoffverschreibung der Ärzte ab. „Rezeptierungen dürfen aus gutem Grund nur Ärztinnen und Ärzte leisten“, warnte Vizepräsident Johannes Steinhart am Mittwoch in einer Aussendung vor „großen Sicherheitsproblemen“.“

red/Agenturen

Selbstverständlich wird die Ärztevertretung an Gesprächen teilnehmen und dort ihr offensichtlich dringend benötigtes Fachwissen einbringen, aber eines ist klar: Maßnahmen zu Lasten der Patientensicherheit wird die Ärzteschaft sicher nicht unterstützen“, betonte Steinhart. „Die Wirkstoffe von Original und Generikum mögen ident sein, aber es gibt durchaus wesentliche Unterschiede bei Füllstärke und Zusätzen“, wandte der Ärztekammer-Vizepräsident gegen die Aut-idem-Regelung ein, wonach Apotheker ein anderes als das vom Arzt namentlich verordnete, aber wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben dürfen.“

Die Einschätzung von möglichen Wechselwirkungen mit der Medikation der Patienten können Apotheker fachlich gar nicht leisten. Darüber hinaus könnten ältere Personen völlig unnötig verunsichert werden, wenn sie nicht ihre gewohnten Medikamente erhalten und womöglich ständig wechselnde Medikamente bekommen. Statt medizinischer Aspekte würden dann der Lagerstand des Apothekers beziehungsweise die Interessen der Pharmariesen, in deren Eigentum ein guter Teil der Apotheken stehen, entscheiden, welche Medikamente ein Patient erhält. Hier sehen wir als Experten die Sicherheit der Patienten in Gefahr“, argumentierte Steinhart gegen die Überlegungen Anschobers.