Anstieg der Coronazahlen in Österreich - Regionale Cluster

Fast zeitgleich mit neuen Lockerungsschritten kommt es in Österreich wegen eines Corona-Clusters zu regionalen Einschränkungen. Im Raum Linz in Oberösterreich werden von Freitag an die Schulen, Kindergärten und Horte wieder für eine Woche geschlossen. Außerdem wird an alle Bürger in der Region appelliert, in geschlossenen Räumen wieder Masken zu tragen und Veranstaltungen möglichst zu meiden.

red/Agenturen

Grund für die „drastischen Maßnahmen“, so Stelzer, sei der sprunghafte Anstieg der Infektionszahl. Von Dienstag auf Mittwoch ging sie um 61 auf 190 nach oben. Bereits in den Tagen davor war eine „dynamische Entwicklung“ zu beobachten gewesen, ergänzte Haberlander in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz.

Vor allem an zahlreichen Schulen aber auch in Kindergärten traten neue Infektionen auf. Insgesamt sei ein Plus von 124 Fällen zu verzeichnen. Daher werden ab Freitag für eine Woche in fünf Bezirken - Linz Stadt, Linz-Land, Wels Stadt, Wels-Land und Urfahr-Umgebung - alle Schulen, Kindergärten sowie Horte und Krabbelstuben geschlossen. Ein massiver, aber sinnvoller Schritt im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung, sagte der Landeshauptmann. Außerdem empfahl er, in jenen Bezirken Veranstaltungen abzusagen.

Cluster in Pfingstkirche

Hauptverantwortlich für den Zuwachs ist ein Cluster der „Freien Christengemeinde“ in Linz, wie auch Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in einer Pressekonferenz der Stadt festhielt. Um eine weitere Verbreitung zu unterbinden, „wird derzeit auch ein behördliches Betretungsverbot nach dem Covid19-Maßnahmengesetz aller Veranstaltungsorte der Pfingstkirche geprüft“, meinte er.

In der Religionsgemeinschaft befinden sich zahlreiche Großfamilien aus Oberösterreich, die das Virus in den vergangenen Tagen in besagte Bezirke getragen haben. Sie seien in Quarantäne. Die Polizei werde bei der Suche nach Kontaktpersonen helfen, hieß es. Gleichzeitig appellierten Haberlander und Stelzer an die Eigenverantwortung der Oberösterreicher. So sollte man in geschlossenen Räumen Masken tragen. Zudem riefen sie auf, der Vorschrift, in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, auch nachzukommen. Nicht alle Fahrgäste hielten sich daran.

Anschober: Ausbrüche bisher nur regional

Insgesamt wurden in Österreich binnen 24 Stunden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) 107 neue Coronafälle gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit Mitte April. Die meisten gingen auf das Konto des Clusters in Oberösterreich. Es sei ein regionales Feuer und kein Flächenbrand, so Anschober. In Österreich sind aktuell rund 680 Menschen infiziert, etwa 60 sind in Kliniken, sechs davon auf der Intensivstation.

Die Einschränkungen in Oberösterreich treten in dem Moment in Kraft, in dem in Österreich weitere Öffnungsschritte erfolgen. Seit Mittwoch ist unter anderem wieder jeder Mannschafts- und Kontaktsport erlaubt. Außerdem ist die Maskenpflicht für das Personal im Gastgewerbe gefallen. Auch die Prostitution ist wieder erlaubt.

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gäbe es keine Hinweise, dass es durch die Öffnungen in dem jeweiligen Bereich zu massiven Erhöhungen gekommen ist. Die Ausbrüche seien bisher nur regional, hieß es am Mittwoch bei der Pressekonferenz. Die Situation auf Bundesebene wäre stabil, dies bleibe aber nur dann so, wenn wir, wo es zu sichtbaren Clusterbildungen kommt, „sehr konsequent reagieren“. Wichtig sei schnelles Kontaktpersonenmanagement - „da geht es um jede Stunde“. Es gehe auch um das Risikobewusstsein der Bevölkerung, „manche sind müde geworden“. Die Grundregeln wie Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln müssten eingehalten werden.

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