Coronavirus

Brasilien vermeldet mehr als 25.000 Corona-Tote

Brasilien hat mehr als 25.000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 1.086 Tote mehr als am Dienstag. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land in Lateinamerika auf 25 598. 411.821 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert.

 

red/Agenturen

Bei der Zahl der Todesopfer liegt Brasilien damit nach Aufzeichnungen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität weltweit weiter auf Platz sechs der am meisten betroffenen Länder, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten auch aufgrund weniger Tests mindestens sieben Mal höher liegt. Präsident Jair Bolsonaro will nichts von Einschränkungen wissen und spricht sich für eine Öffnung der Wirtschaft aus. Wegen Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit dem Coronavirus hat Bolsonaro bereits zwei Gesundheitsminister verschlissen, Gesundheitssekretär Wanderson Oliveira bat diese Woche um Entlassung. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief schrieb der Spezialist für Pandemien von „Steinen im Weg“. Zu Beginn habe Brasilien bei der Corona-Bekämpfung mindestens zwei Wochen vor Europa gelegen.

Mehr Tote in 24 Stunden als die USA

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verzeichnete das Land erstmalig binnen eines Tages mehr Covid-19-Todesfälle als die USA. An den Folgen der Lungenkrankheit sind in Brasilien allein am vergangenen Montag (25. Mai) 807 Menschen gestorben, in den Vereinigten Staaten 620. Das lateinamerikanische Land verzeichnet nach offiziellen Angaben mit insgesamt 374.898 Infektions-Fällen weltweit den zweitgrößten Ausbruch des Coronavirus, hinter den USA mit 1,637 Millionen Erkrankten. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA liegt gemäß einer Zählung der Johns Hopkins Covid-Map bei 98.223, im Vergleich zu Brasilien mit 23.473.

Die US-Regierung legte unterdessen den Beginn der wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verhängten Einreisebeschränkungen für Nicht-US-Bürger aus Brasilien auf einen früheren Termin. Die Regelung trete nun ab dem 26. Mai 23.59 Uhr amerikanische Ostküstenzeit in Kraft und nicht erst ab dem 28. Mai, teilte das Weiße Haus mit.

Chile mit einigen infizierten Ministern

In Chile wurden innerhalb von 24 Stunden 4.895 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Dies ist die bisher höchste Zahl von Neuinfektionen im Land. Ferner wurden 43 weitere Todesfälle registriert. Unter den zuletzt positiv auf das Virus getesteten Patienten sind auch zwei Minister der Regierung von Präsident Sebastian Pinera. Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionsfälle in Chile stieg auf 73.997, die Zahl der Todesopfer auf 761.

Die Arbeit des Kabinetts von Präsident Pinera wurde durch die Pandemie zuletzt stark beeinträchtigt. Energieminister Juan Carlos Jobet und der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilten am Montag mit, positiv auf den Erreger getestet worden zu sein. Auch die Minister für Finanzen und Wirtschaft, Ignacio Briones und Lucas Palacios, begaben sich in Quarantäne, weil sie Kontakt zu Infizierten gehabt hatten. Sie wurden aber inzwischen negativ getestet und kehrten zur Arbeit zurück.

Pinera setzte unterdessen ein Gesetz zur Absenkung der Gehälter des Staatschefs, der Minister sowie der Parlamentarier in Kraft. Die künftige Höhe der Bezüge soll von einem Ausschuss festgelegt werden. Das Gesetz war jahrelang im Parlament debattiert worden. Es gewann dann durch die Coronakrise an Dringlichkeit, weshalb es beschleunigt verabschiedet wurde.

Rio de Janeiro Brasilien
Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie.
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