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Corona-Impfstoff

Briten spenden erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland

Mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne spendet Großbritannien erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland. Das bestätigte eine Regierungssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt gibt das Land neun Millionen AstraZeneca-Impfdosen an das UN-Impfprogramm Covax ab, wie das Außenministerium später am Tag bekanntgeben wollte. 817.000 Dosen sollen nach Kenia gehen, davon 400.000 noch in dieser Woche.

red/Agenturen

Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Da das Land bisher jedoch kaum Impfstoff exportierte und keine Dosen spendete, wurde den Briten immer wieder Impfnationalismus vorgeworfen. Bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

Dass die Regierung nun bereitwillig dem internationalen Covax-Programm nicht nur Geld gibt, sondern auch Impfstoff zur Verfügung stellt, dürfte auch damit zu tun haben, dass die britische Impfkampagne in den Endspurt geht. Mehr als 88 Prozent der erwachsenen Briten haben bereis eine Dosis erhalten, knapp 71 Prozent sind vollständig geimpft. Da die ältere Bevölkerung weitgehend durchgeimpft ist, sind derzeit vor allem noch die jüngeren Erwachsenen an der Reihe. Wegen seltener Blutgerinnsel wird der Impfstoff von AstraZeneca an diese Altersgruppe jedoch wie in vielen anderen Ländern gar nicht mehr vergeben.

Portugal bittet EU-Staaten um Corona-Impfdosen

Während die Briten spenden, hat Portugal die EU-Staaten um zusätzliche Impfdosen gegen das Coronavirus gebeten. Damit solle die Impfkampagne beschleunigt werden, sagte Gesundheitsministerin Marta Temido am Dienstag. Das Land will bis Ende August 70 Prozent seiner erwachsenen Bevölkerung vollständig immunisieren. Derzeit sind rund 45 Prozent der Portugiesen zweimal geimpft.

Das Land hat bereits rund 290.000 Impfdosen aus Norwegen erhalten und verhandelt derzeit mit Italien über weitere 300.000 Dosen. Portugal hoffe, in den nächsten drei Wochen fast eine Million Impfdosen zu erhalten, sagte Henrique Gouveia e Melo, der Koordinator des nationalen Impfprogramms.

Die Regierung wartet zudem auf grünes Licht der Gesundheitsbehörden für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren. Portugal erlebte in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg der Neuinfektionen. Die Delta-Variante des Coronavirus ist inzwischen für mehr als 98 Prozent der Fälle in dem Land verantwortlich.

Schweiz schickt Beatmungsgeräte und Antigentests nach Thailand

Die Schweiz wiederum unterstützt Thailand im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Die Humanitäre Hilfe des Bundes hat rund 100 Beatmungsgeräte und über eine Million Antigentests nach Bangkok geschickt.

Ein Frachtflugzeug mit mehr als 26 Tonnen medizinischem Material an Bord verließ am Mittwoch Zürich in Richtung Bangkok, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Die rund 100 Beatmungsgeräte stammen aus den Beständen der Armeeapotheke und die über eine Million Antigentests vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Der Wert der medizinischen Hilfsgüter beträgt rund 9 Millionen Franken.

Das Material wird in Bangkok von den thailändischen Behörden in Empfang genommen. Die Schweizer Botschaft in Thailand stehe in engem Kontakt mit den lokalen Behörden, um eine bedarfsgerechte und faire Verteilung der Hilfsgüter nach humanitären Prinzipien sicherzustellen, schreibt das EDA.

Die Lieferung nach Thailand ist die siebte Hilfsgüterlieferung aus der Schweiz ins Ausland als Antwort auf die Covid-19-Pandemie seit Mai 2021. Die Humanitäre Hilfe des Bundes hat zuvor Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren und Schutzmaterial nach Indonesien, Tunesien, in die Mongolei, nach Sri Lanka, Nepal und Indien geschickt.