BWB schickt Fujifilm-Deal wegen Ultraschallgeräten zum Kartellgericht

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) lässt eine Fusion im Gesundheitsbereich vom Kartellgericht durchleuchten. Grund ist die Marktmacht von Fujifilm und Hitachi unter anderem bei Ultraschallgeräten. Damit muss nun das Gericht entscheiden, ob die Fujifilm Corporation von Hitachi Geschäftsbereiche wie die bildgebende Diagnostik oder Gesundheitstechnologie übernehmen darf.

red/Agenturen

Wie die BWB am Donnerstag mitteilte, hat sie gemeinsam mit dem Bundeskartellanwalt am 1. Juli aufgrund von wettbewerbsrechtlichen Bedenken einen Prüfungsantrag an das Kartellgericht gestellt. Das Kartellgericht habe fünf Monate Zeit den Zusammenschluss zu prüfen. Fujifilm und Hitachi hatten den Deal am 22. Mai bei der BWB angemeldet. Hitachi hat die zu verkaufenden Geschäftsbereiche bereits in einer Tochtergesellschaft namens Fujifilm Healthcare Corporation übertragen.

Der Deal wurde auch in Deutschland, China und der Türkei angemeldet und, wie die BWB festhält, bisher von keiner Wettbewerbsbehörde fusionskontrollrechtlich freigegeben. Laut den Wettbewerbshütern überschneiden sich die Geschäftstätigkeiten in Österreich und Europa bei Computer-Tomographie-Scannern und bei Ultraschallgeräten.

Die Prüfung der BWB habe wettbewerbsrechtliche Bedenken insbesondere im Geschäftsbereich „endoskopische Ultraschall-Systeme (EUS)“ aufgrund von horizontalen Überschneidungen und möglichen vertikalen Abschottungs- und Verdrängungsstrategien ergeben, teilte die Behörde mit.

Es seien potenzielle Abschottungs- und Verdrängungsstrategien bei der Belieferung von Prozessoren, Endoskopen, Software sowie Service- bzw. Wartungsdienstleistungen geäußert worden. Zudem bestünden im Bereich „endoskopische Ultraschall-Systeme“ hohe Zutrittsbarrieren für neue Konkurrenten aufgrund der komplexen Herstellung, der Technologie und der regulatorischen Rahmenbedingungen. „In den letzten zehn Jahren gab es keine neuen Markteintritte von anderen Unternehmen in der EU in diesem Geschäftsbereich“, so die BWB.