WHO

Covid-19-Hilfsprogramm für ärmere Länder auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will ärmeren Ländern den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Tests und Behandlungen gegen Infektion mit dem Coronavirus durch erschwingliche Preise ermöglichen. Die WHO hat der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokumenten zufolge dazu ein Programm aufgelegt, um eine Milliarde Corona-Tests an Drittländer zu liefern wie auch Medikamente zur Behandlung von Menschen mit leichteren Krankheitsverläufen.

red/Agenturen

Ein Sprecher der WHO-Initiative Access to Covid-19 Tools Accelerator (ACT-A) erklärte, das Dokument vom 13. Oktober sei noch ein Entwurf in der Beratungsphase. Zum Inhalt wolle er bis zur endgültigen Fassung keine Angaben machen. Das Dokument soll vor dem Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Rom Ende dieses Monats an die Staats- und Regierungschefs weltweit verschickt werden. Die WHO-Initiative ACT-A bittet die G20 und andere Geber demnach um zusätzliche Mittel in Höhe von 22,8 Milliarden Dollar bis September 2022. Ziel sei es, die riesigen Versorgungslücken zwischen wohlhabenden und ärmeren Ländern zu schließen. Das Programm erhielt bisher Zusagen über 18,5 Milliarden Dollar. Eine Einigung soll bis Ende November stehen.

Molnupiravir mit Erfolgen im Spätstadium

Eine Covid-19-Arznei könnte Molnupiravir vom US-Pharmakonzern Merck sein, das zum Preis von zehn Dollar für eine Therapie abgegeben werden soll. Das wäre sehr günstig verglichen mit dem üblichen Handelspreis von 700 Dollar. Experten der Harvard Universität schätzen allerdings, dass das Medikament für 20 Euro zu haben sein könnte, würde es bei Generika-Firmen hergestellt. Merck hat Lizenzverträge mit acht indischen Generika-Herstellern abgeschlossen. Andere Medikamente zur Behandlung leichter Krankheitsverläufe sind noch in der Entwicklung, während Molnupiravir bisher das einzige ist, das in Studien im Spätstadium positive Ergebnisse gezeigt hat.