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Coronavirus

Demnächst drohen bis zu 30.000 Neuinfektionen pro Tag

Die hochansteckende Corona-Variante Omikron hat nun Österreich fest im Griff. Von Dienstag auf Mittwoch ist nach den umfangreichen Testungen nach den Weihnachtsfeiertagen die Zahl der Neuinfektionen auf ein Allzeit-Rekordhoch von 17.006 geklettert, berichteten Innen- und Gesundheitsministerium. Noch nie wurden seit Pandemiebeginn in Österreich innerhalb von 24 Stunden so viele Neuansteckungen gemeldet.

red/Agenturen

Der bisherige Rekordwert von 17.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, der am Mittwoch in Österreich verzeichnet wurde, dürfte in den kommenden Tagen pulverisiert werden. Davon ist das Covid-Prognosekonsortium überzeugt. Die Experten gehen in ihrer aktuellen Einschätzung davon aus, dass demnächst bis zu 30.000 neue Fälle pro Tag erreicht werden könnten.

Wahrscheinlich werden spätestens zu Beginn der kommenden Wochen die täglichen Fallzahlen über der Grenze von 20.000 zu liegen kommen. Am 19. Jänner werden sie mit ziemlicher Sicherheit darüber liegen. Als Mittelwert werden vom Prognosekonsortium für kommenden Mittwoch 24.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden angenommen, als Obergrenze scheinen in der Prognose sogar 32.000 neue Fälle auf.

Das würde beinahe einer Verdoppelung der Fallzahlen innerhalb einer Woche entsprechen. Mit seiner bisher letzten Berechnung hatte das Konsortium in der Vorwoche fast punktgenau das errechnete oberste Limit - eben die nunmehr erreichten 17.000 - getroffen.

Ob die Omikron-Variante Auswirkungen auf die Spitalsbelegung hat, ist noch unklar. Zuletzt war die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten in den Spitälern stabil. Derzeit liegen 909 Patientinnen und Patienten wegen einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus, das sind um 19 weniger als am Vortag. Da mussten 242 Menschen intensivmedizinisch betreut werden. Diese Zahl sank seit gestern um 14 und ist innerhalb einer Woche um 67 Patienten zurückgegangen. Allerdings waren auch wieder zehn Tote zu beklagen, die an oder mit Covid-19 verstorben sind. In den vergangenen sieben Tagen wurden 80 Todesfälle registriert. Seit Pandemiebeginn starben 13.882 Menschen mit einer Infektion.

96.548 Menschen in Österreich laborieren aktuell an einer Infektion

Der derzeitige 24-Stunden-Wert von 17.006 Neuansteckungen liegt weiterhin deutlich über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 10.666. Den deutlichsten Anstieg gab es erneut in Wien mit 5.573 Fällen, was wieder für einen Rekord sorgte. Am Dienstag wurden in der Bundeshaupt noch 3.474 Neuansteckungen gemeldet. Binnen eines Tages sprangen die Infektionszahlen somit um 60 Prozent nach oben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte deshalb österreichweit auf 835,8 Fälle pro 100.000 Einwohner. Ein anschaulicher Anstieg, nachdem am Dienstag noch eine Inzidenz von 754,7 gemeldet wurde. Deutlich über diesem Schnitt liegen die Bundesländer Salzburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.644, Tirol mit 1.316,9, Wien mit 1.141,1 und Vorarlberg mit 758,7. Danach folgen Oberösterreich (659,4), Niederösterreich (639,7), Kärnten (515), die Steiermark (476,4) und das Burgenland (327,7).

Wie viele Tests in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt wurden, war noch nicht bekannt. Deshalb stand bis Mittwochmittag auch noch keine Positivrate fest. Am Dienstag lag sie bei 1,9 Prozent. Allerdings laborieren gerade 96.548 Menschen in Österreich an einer Infektion. Und das sind wieder um 11.922 Fälle mehr als am Tag zuvor.

Strengere Maßnahmen dürften den Zahlen vorerst nicht folgen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) verwies bei einem Hintergrundgespräch am Dienstag auf die von ihm bereits am Wochenende  skizzierte Neuorientierung der ausschlaggebenden Werte für allfällige weitere Maßnahmen hin. Man sei weggegangen von dem reinen Blick auf die Intensivstationen und werde sich nun mehr an der Auslastung der Normalstationen orientieren, aber auch am niedergelassenen Bereich.

Zu kritischen Stimmen, die eine „Durchseuchung“ in Österreich befürchten, verwies Mückstein auf die schon bestehenden Maßnahmen im Land, die deutlich strenger als in anderen Länder seien. Er unterstrich, dass ein „Durchrauschenlassen“ der Corona-Welle mit der Omikron-Variante für ihn keine Option ist. „Das ist genau das, was wir nicht machen“, sagte er zu entsprechenden Vorwürfen.

Influenza nur sporadisch nachweisbar

Am Dienstag sind zumindest wieder mehr Impfungen durchgeführt worden - 51.401 Immunisierungen wurden verabreicht. Bei den meisten (65,1 Prozent) handelte es sich um Auffrischungsimpfungen. 74,6 Prozent der Bevölkerung bzw. 6.663.173 Menschen haben laut den Daten des E-Impfpasses zumindest eine erste Dosis erhalten. 6.350.909 Menschen und somit 71,1 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz. Von den am Dienstag verabreichten Dosen waren 5.093 Erststiche, das sind 9,91 Prozent. 12.845 Impfungen waren Zweitstiche und 33.463 Drittstiche.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) immer noch im Burgenland mit 76,8 Prozent. In Niederösterreich haben 73 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 71,2 Prozent. Nach Wien (70), Tirol (69,9), Salzburg (68,1), Vorarlberg (68) und Kärnten (67,8) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 66,9 Prozent.

Seit Pandemiebeginn hat es in Österreich bereits 1.378.747 bestätigte Coronafälle gegeben. Von einer Infektion haben sich seither 1.268.317 Menschen wieder erholt.

Während die Coronazahlen in die Höhe schießen, kamen vergleichsweise gute Nachrichten bezüglich Influenza: Laut Zentrum für Virologie der MedUni Wien gibt es in Österreich derzeit nur sporadische Virusnachweise. In der vergangenen Woche wurde allerdings erstmals eine Doppelinfektionen mit Influenza A(H3N2) und SARS-CoV-2 nachgewiesen. Zudem gibt es eine zunehmende Influenzavirusaktivität in Europa. In dieser Woche meldeten Frankreich und die Ukraine erstmals regionale Influenzaaktivität. Aus den Benelux-Staaten und den baltischen Staaten wird ebenso wie aus den österreichischen Nachbarländern Deutschland, Slowakei und Ungarn bereits von sporadischen Influenzavirusnachweisen berichtet.

 

 

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Omikron treibt die Infektionszahlen in neue Höhen.
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