Corona-Impfung

EU-Arzneimittelbehörde fordert von Herstellern Daten über Mutanten-Impfschutz

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Impfstoffhersteller aufgefordert, Daten über den Schutz ihrer Vakzine vor Corona-Mutanten zu übermitteln. Die EMA „entwickelt einen Leitfaden für Hersteller, die Änderungen an den bestehenden Covid-19-Impfstoffen planen, um die neuen Virusvarianten zu bekämpfen“, gab die Agentur mit Sitz im niederländischen Amsterdam am Mittwoch bekannt.

red/Agenturen

Weltweit steigt derzeit die Angst vor der starken Ausbreitung von Mutanten, die infektiöser sind als das bisherige Virus und möglicherweise nicht auf Impfungen ansprechen.

Die EMA forderte nach eigenen Angaben alle Impfstoffentwickler auf, „zu untersuchen, ob ihr Impfstoff Schutz gegen neue Varianten bieten kann“. Dies schließe die Mutanten ein, die in Großbritannien, Südafrika und Brasilien entdeckt wurden, hieß es in einer Erklärung.

Die EMA hat bisher drei Corona-Impfstoffe in der Europäischen Union zugelassen: Die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Laut einer Studie schützt die Impfung von Astrazeneca nicht umfassend gegen die in Südafrika entdeckte Corona-Mutante, weshalb das Land seine Impfkampagne mit dem Wirkstoff verschob. Nach Unternehmensangaben sollen die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna hingegen auch gegen die neuen Varianten wirken.

WHO empfiehlt AstraZeneca auch für Senioren

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat seinen Gewinn im Corona-Jahr 2020 unterdessen verdoppelt. Unter dem Strich stand 2020 ein Plus von 3,2 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro), wie Astrazeneca am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr demnach im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 26,6 Milliarden Dollar.

Astrazeneca gehört zu den Unternehmen, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt haben. In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern ist das mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin allerdings bislang nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden verweisen darauf, dass belastbare Daten für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen fehlten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt den Impfstoff dagegen auch bei Menschen über 65 Jahren.