Corona-Pandemie

Frankreich will Maßnahmen verschärfen, Slowakei im Lockdown

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen will die französische Regierung am Donnerstag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschließen. Um massivere Schritte zu vermeiden soll dabei auf eine Verschärfung von Kontaktbeschränkungen und eine Forcierung der Impfkampagne gesetzt werden, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal an. Unterdessen hat nun auch die Slowakei angesichts der massiv gestiegenen Corona-Infektionszahlen einen zweiwöchigen Lockdown verhängt.

red/Agenturen

Die slowakische Regierung hat einen landesweiten Lockdown für zwei Wochen ab Donnerstag beschlossen. Das gab Vize-Regierungschef Richard Sulik nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekannt.  Entgegen früheren Plänen gebe es dafür keine Ausnahmeregeln für Menschen, die gegen Covid-19 geimpft sind, sagte der Minister der Nachrichtenagentur TASR.

Schulen bleiben geöffnet

Offen bleiben sollen nach den Regierungsplänen hingegen die Schulen. Die Bedingung dafür sind regelmäßige Corona-Tests, wie Sulik erklärte. Auch der Weg zur Arbeit bleibt weiterhin möglich, es wird aber eine Testpflicht ab kommenden Montag geben. Geschlossen werden nach Suliks Worten jedoch alle Restaurants und Geschäfte mit Ausnahme von jenen, die für Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse unverzichtbar sind.

Die Slowakei hat am Mittwoch zum ersten Mal die Marke von mehr als 10.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen an einem Tag überschritten. Insgesamt meldeten die Gesundheitsbehörden in Bratislava 10.315 neue Fälle in dem 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Staat. Die Impfrate liegt mit 45 Prozent der Bevölkerung deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

Krankenhäuster schlage Alarm

Einen solchen Lockdown hatte zuvor auch Staatspräsidentin Zuzana Caputova in einem ungewohnt emotionalen Appell gefordert. „Wir sind momentan das schlimmste Land der Welt, was die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl betrifft. Die Krankenhäuser stehen am Ende ihrer Kapazitäten und müssen ihre Behandlungen einschränken, das erschöpfte Gesundheitspersonal bittet um Hilfe“, erklärte die populäre Präsidentin. Gesundheitsexperten und Krankenhäuser schlagen bereits seit Tagen Alarm. Die Notversorgung von schwerkranken Patienten stehe vor dem Zusammenbruch, weil nach Jahren der finanziellen Einsparungen das Personal fehle, um die medizinischen Geräte zu bedienen.

Frankreich: strengere Regeln für Gesundheitspass

Ganz so schlimm ist die Lage in Frankreich noch nicht, doch auch hier sollen Maßnahmen verschärft werden. Auch die Vorgaben für die Nutzung des Gesundheitspasses, der nach den 3G-Regeln für den Besuch etwa in Restaurants und Bars, von Veranstaltungen und für Fernreisen mit dem Zug oder dem Flugzeug nötig ist, sollten enger gefasst werden. Es sei zu befürchten, dass sich die Corona-Lage weiter verschlimmere und die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 200 steige werde.