Deutschland

Fresenius bekräftigt Ziele - Kritik an Aktienkurs und Strategie

Der Medizin und Krankenhauskonzern Fresenius hat trotz der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs die Ziele für das laufende Jahr bestätigt. Der Umsatz, der 2021 rund 37,5 Milliarden Euro betrug, solle währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm am Freitag auf der virtuellen Hauptversammlung des Dax-Unternehmens. Der Konzerngewinn solle währungsbereinigt im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. Sturm bekräftigte zudem die Bereitschaft, für mögliche Großübernahmen bei der Kliniktochter Helios und der Dienstleistungssparte Vamed externe Investoren ins Boot zu holen.

red/Agenturen

Kritik am Management kam von Fondsgesellschaften. „Fresenius' öffentliche Kommunikation rund um mögliche Verkäufe oder Teilverkäufe seit Februar 2021 war nicht glücklich", sagte Cornelia Zimmermann, Spezialistin Nachhaltigkeit bei Deka Investment. Das Vertrauen des Kapitalmarktes sei dadurch gesunken und der Aktienkurs habe sehr gelitten. Zudem würden die angekündigten Optionen auf Teilverkäufe den Konzern noch komplexer machen als ohnehin schon. „Warum fokussieren Sie sich nicht erstmal auf die Restrukturierung des Kerngeschäfts, statt auf Fusionen und Akquisitionen?"

Fresenius hat einen Umbau angestoßen, der unter anderem ein Sparprogramm und den Abbau von 5000 Jobs bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) vorsieht. Auch einen Verkauf von FMC hat Sturm nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Fresenius leidet unter der Pandemie, etwa weil Behandlungen in Kliniken ausblieben und viele Patienten bei FMC an Corona verstarben. Über fünf Jahre haben Fresenius-Aktien mehr als 50 Prozent Wert verloren. Die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr steigt unterdessen um 5 Prozent auf 92 Cent je Aktie - die 29. Erhöhung bei Fresenius in Folge.

 

WEITERLESEN:
Fresenius erholt sich von Corona-Krise