Schulterschluss

Fünf-Parteien-Antrag zur Verbesserung der Frauengesundheit

Mit einem neuen Frauengesundheitsbericht wollen die fünf Parlamentsparteien der Benachteiligung von Frauen in der Medizin entgegenwirken. Der letzte Bericht dieser Art stammt aus dem Jahr 2010, deshalb unterstützen alle Fraktionen nun gemeinsam einen Antrag zur Erstellung eines neuen Berichts.

red/Agenturen
„Die Fokussierung der Medizin auf den Mann, insbesondere der medizinischen Forschung am Mann als Standard für Diagnose und Therapie von Krankheiten, führt zu Fehldiagnosen bei Frauen.“ ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Pfurtscheller

„Die Fokussierung der Medizin auf den Mann, insbesondere der medizinischen Forschung am Mann als Standard für Diagnose und Therapie von Krankheiten, führt zu Fehldiagnosen bei Frauen“, so die ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Pfurtscheller am Rande des heute, Donnerstag, stattfindenden Gleichbehandlungsausschusses. Die Koalitionsparteien ÖVP und Grüne haben sich bereits im Regierungsprogramm für eine verbesserte Frauengesundheit in Österreich als besonderes Anliegen ausgesprochen.

„Damit setzen wir einen wichtigen Schwerpunkt auf Frauengesundheit und Gendermedizin. Die schlechtere und unsicherere medizinische Behandlung von Frauen ist damit ein Problem, das politisch umgehend erfasst und gelöst werden muss“, betont die grüne Frauensprecherin Meri Disoski.

Medizin orientiere sich am männlichen Körper

„Ich fordere deutlich mehr Fokus auf die Gesundheit der Frauen, denn sie unterscheiden sich in den Gesundheitsrisiken, Verhalten und Krankheitsverläufen deutlich von den Männern. Die Medizin orientiert sich aber in erster Linie am männlichen Körper. Daher muss Gendermedizin zur Norm werden“, so SPÖ-Frauensprecherin Eva-Maria Holzleitner.

Die Pandemie habe die Relevanz von Gendermedizin verdeutlicht, betonen die drei Frauensprecherinnen. So würde sich die Zeitspanne zwischen dem Auftreten von Symptomen und einem Krankenhausaufenthalt bei Männern und Frauen unterscheiden und Männer oft wirkungsvollere Therapien erhalten. Frauen seien außerdem doppelt so oft von Long-Covid betroffen und würden unter strukturellen Mehrbelastungen leiden. Zusätzlich dazu gehören schwangere Frauen zur Hochrisikogruppe.

Frauen
Die Parteien wollen künftig mehr Fokus auf die Gesundheit der Frauen in der Medizin.
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