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WHO

Herdenimmunität heuer nicht erreichbar

Trotz des Starts der Corona-Impfkampagnen in zahlreichen Ländern rechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht damit, dass heuer in einzelnen Staaten ein weitgehender Schutz gegen das Virus durch die sogenannte Herdenimmunität erreicht wird. Der am Mittwoch zugelassene Impfstoff erreichte gestern die EU und ist heute Österreich eingetroffen.

red/Agenturen

„Wir werden 2021 nicht irgendwelche Stufen von Bevölkerungsimmunität oder Herdenimmunität erreichen“, sagte die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan am Montag in einem virtuellen Pressebriefing. Swaminathan lobte den „unglaublichen Fortschritt“, der mit der raschen Entwicklung gleich mehrerer sicherer und zuverlässiger Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus erreicht worden sei. Doch brauche die Produktion und Auslieferung der Milliarden von weltweit gebrauchten Impfdosen Zeit. Deshalb müssten die Menschen weiterhin Geduld aufbringen.

Als Herdenimmunität wird bezeichnet, wenn in einer Bevölkerung so viele Menschen gegen einen Erreger immunisiert sind, dass sich dieser nur noch wenig ausbreiten kann und somit auch die nicht-geimpften Menschen weitgehend vor ihm geschützt sind.

Pro Land ein zentrales Lager

Das US-Pharmakonzern Moderna begann gestern mit der Auslieferung seines Corona-Impfstoffs in Europa. Das ließ das Unternehmen in Frankfurt am Main mitteilen. Ein großes internationales Logistikunternehmen werde den in einer Pharmafabrik in der Schweiz produzierten Wirkstoff an die einzelnen Nationalstaaten verteilen. Pro Land gebe es ein zentrales Lager, in das die vertraglich vereinbarten Impfdosen geliefert würden.

In den Lagern übernähmen die jeweiligen staatlichen Behörden und organisierten die weitere Verteilung, teilte Moderna mit. Weitere Details nannte das Unternehmen nicht. Die EU hatte den Wirkstoff des US-Konzerns am vergangenen Mittwoch zugelassen. Damit stehen zwei Impfstoffe gegen Corona zur Verfügung, nachdem zuvor schon eine Impfung der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen worden war.

Laut Moderna sicherte sich die EU für das laufende Jahr insgesamt 160 Millionen Dosen. In den USA, Kanada und anderen Ländern wird bereits mit dem Moderna-Serum geimpft. In Österreich ist der Impfstoff am Dienstag eingetroffen. Das Gesundheitsministerium will dazu heute Details bekannt geben.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat ebenfalls eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Über den Antrag auf bedingte Marktzulassung könne voraussichtlich bereits Ende Januar entscheiden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Dienstag in Amsterdam mit. Sie hat hat bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna für den europäischen Markt zugelassen.