Impfungen: Italiens Datenschutzbehörde warnt vor Impfpass

Die italienische Datenschutzbehörde hat sich gegen die Einführung eines Passes für Corona-Geimpfte ausgesprochen. Vor der Einführung eines Impfpasses sei die Verabschiedung eines Gesetzes zum Datenschutz durch das italienische Parlament notwendig.

red/Agenturen

Die Einführung eines Impfpasses könnte „gravierende Folgen für das Leben und die wesentlichen Rechte der Personen“ haben. Die Gefahr sei, dass es zu „Diskriminierung und illegaler Beschränkung der in der Verfassung verankerten Freiheiten“ komme, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben der Behörde.

Laut der Datenschutzbehörde sei es wichtig, das persönliche Interesse auf Datenschutz zu verteidigen. Ohne ein Gesetz des Parlaments sei jede Form von App, oder Pass, die Geimpfte von nicht geimpften Bürgern unterscheide, illegal. In Italien wurden bisher 4,3 Millionen Personen immunisiert. 1,4 Millionen haben bereits zwei Dosen Impfstoff erhalten, teilte die Regierung mit.

EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni sprach sich für die Einführung eines gesamteuropäischen Impfzertifikats aus. Dieses soll Informationen darüber enthalten, wer geimpft wurde und ob derjenige eine oder zwei Dosen Impfstoff erhalten habe. „Wir müssen das Interesse auf Neustart einiger Wirtschaftssektoren mit der Notwendigkeiten verbinden, Diskriminierungen zu vermeiden", sagte Gentiloni nach Medienangaben vom Montag. Es sei wichtig, dass es zu einem europäischen Impfzertifikat komme. „Wir wollen die Gefahr verbannen, dass jedes EU-Land sich in Alleinregie bewegt", so Gentiloni.

Laut dem EU-Kommissar könnte bis Ende des Sommers das Ziel erreicht werden, 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der EU zu immunisieren. Im zweiten Quartal werde Europa über mehr Impfdosen verfügen, damit könne die Impfkampagne erheblich beschleunigt werden.

Auch der Papst beschäftigt sich mit dem Thema Impfkampagne. Franziskus appellierte am Montag per Twitter an die Staats- und Regierungschefs, an Unternehmen und internationale Organisationen zur Zusammenarbeit, damit Impfdosen für alle Menschen zur Verfügung gestellt werden, vor allem für die Gebrechlichsten.