Coronavirus

Infektionstransporte: Mittlere Risikostufe bei Verdacht

Mit steigender Anzahl an SARS-CoV-2-Verdachtsfällen steigen auch die Anforderungen an das Rettungspersonal. Ist es mit einem solchen Fall konfrontiert, wird der Einsatz zu einem Infektionstransport - mit besonderen Vorgaben, um Kontaminationen zu vermeiden. Im Fall des Coronavirus ist für die nun zahlreichen Infektionstransporte „Risikoklasse 2“, also eine mittlere Sicherheitsstufe, vorgesehen.

red/Agenturen

In der aktuellen Situation beläuft sich die Zahl der täglichen Infektionstransporte ungefähr auf dem Niveau, das sonst im Laufe von sechs bis zwölf Monaten anfällt. „Prinzipiell sind solche Transporte im Rettungsdienst nichts Außergewöhnliches, weil es viele Infektionskrankheiten gibt, die über die Luft oder über Schmierinfektionen verbreitet werden“, sagte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), am Mittwoch zur APA.

Da das Coronavirus in eine mittlere Risikoklasse fällt, sind für solche Transporte auch die „normalen“ Rettungsdienste zuständig. Ist die Sicherheitsstufe noch ein Stück höher angesetzt, wie das etwa bei einem Ebola-Verdacht der Fall wäre, wären eigene Hochinfektionsteams im Einsatz.

„Wichtiger Teil“ beginne nach dem Transport

Weiß der Rettungsdienst bereits vor Ankunft über die Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2, werden vor Fahrtantritt alle Gegenstände aus dem Wagen entfernt, die für die Behandlung des potenziell Erkrankten nicht unmittelbar notwendig sind. In einem solchen Fall kann sich das Team „schon auf die Situation einstellen und auch die gebotene räumliche Distanz zum Patienten wahren", so Foitik. Der Raum wird dann schon in der aus Papieroverall, Atemschutzmaske, Brille, Überschuhen, Handschuhen und Haube bestehenden Schutzkleidung betreten. Auch in dieser Situation gelte es den Patienten taktvoll zu behandeln. Dann geht es auf schnellstem Weg in eine geeignete Behandlungseinrichtung.

Der laut Foitik „fast wichtigere Teil“ beginne nach dem Transport, wenn die Einweg-Schutzkleidung ordnungsgemäß ausgezogen und entsorgt werden muss. Auch das Fahrzeug selbst muss in der Folge in die Hygieneanstalten der Bundesländer zur Desinfektion gebracht oder vom Team selbst lückenlos desinfiziert werden, erklärte der Bundesrettungskommandant.

Deutlich unangenehmer sind Einsätze, die sich erst nach Beginn als möglicherweise infektiös herausstellen. In so einem Fall muss der Einsatz kurzzeitig unterbrochen und die Schutzkleidung angelegt werden. Da das Team hier bereits dem Erreger ausgesetzt war, „ist das psychisch noch etwas schwieriger", sagte Foitik.

Rettungsdienst
Im März 2020 verzeichnete die Wiener Rettungsleitstelle einen Anstieg der Notrufe um 15 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2019
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