Coronavirus

„Knacken" der 1.000er-Grenze in Wien relativiert sich

Bei den Fallzahlen, die das Gesundheitsministerium veröffentlicht, um die aktuelle Corona-Lage in Österreich zu veranschaulichen, erscheint vor allem die Tabelle von besonderem Interesse, die die Infektionen in den einzelnen Gebietskörperschaften in Bezug zu 100.000 Einwohnern setzt. Das relativiert vor allem die Lage in der 1,9 Millionen-Metropole Wien.

red/Agenturen

In der Bundeshauptstadt wurden am Freitagnachmittag (Stand: 15.00 Uhr) 1.005 behördlich bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 ausgewiesen. Das entspricht 53 Infizierten pro 100.000 Einwohnern. Das Überschreiten der 1.000er-Grenze klingt weniger dramatisch, wenn man sich im Vergleich dazu die Lage in Tirol vergegenwärtigt:

Im Bezirk Reutte - dem am geringsten betroffenen Bezirk - wurde das Coronavirus bei 28 Personen nachgewiesen. Das Außerfern hat allerdings nur knapp 33.000 Einwohner. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner wären das 85,71 Infizierte und damit deutlich mehr als in Wien. In Landeck, dem am stärksten betroffenen Tiroler Bezirk, wo rund 44.000 Menschen leben, wurden 526 Covid-19-Erkrankte registriert. Das wären 1.185,7 Infizierte je 100.000 Einwohner - fast zwölf Mal so viele wie in Wien.

Experten geben bei diesen Rechenbeispielen allerdings zu bedenken, dass diese einen wesentlichen Faktor nicht berücksichtigen: die Testquote. In Tirol wurde nach Bekanntwerden der „Corona-Hotspots“ Ischgl und St. Anton ungleich mehr getestet als in Wien oder gar im Burgenland. Von rund 40.000 Tests bundesweit entfielen knapp 13.000 und damit fast ein Drittel auf Tirol, wo zuletzt 1.500 bis 1.600 Testverfahren täglich abgewickelt wurden.