Coronavirus

Lage in Covid-Stationen laut Gewerkschaft „wild“

Die extrem gestiegenen Fallzahlen der vergangenen Tage würden die Situation für das ohnehin schwer belastete Pflegepersonal noch einmal verschärfen. „Deshalb sind wir vergangenen Mittwoch ja auch auf die Straße gegangen“, sagte Waldhör. Bei dem Protest verließen Bedienstete in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen um exakt 12.05 Uhr - also fünf Minuten nach Zwölf - für kurze Zeit ihre Arbeitsstätten, um vor dem jeweiligen Betrieb den Gesundheitsminister und die ganze Regierung zum Handeln aufzufordern.

red/Agenturen

Allerdings ist es seitdem zu keiner Entlastung gekommen - im Gegenteil. Für Waldhör ist schon bald der Punkt erreicht, an dem die Zahl der Patienten vom Personal nicht mehr gestemmt werden kann. Der Gewerkschafter sprach sich daher für einen möglichst raschen harten Lockdown von zwei Wochen aus, um „die vierte Welle zu brechen“.

Der GÖD-Vorsitzende kritisierte zudem erneut die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal. Eine hundertprozentige Durchimpfungsrate beim Gesundheitspersonal sei zwar wünschenswert - allerdings nicht durch Zwangsmaßnahmen, sondern durch Überzeugungsarbeit. „Druck erzeugt nur Gegendruck“, sagte der Waldhör. Es sei auch zu befürchten, dass rund fünf Prozent des Personals wegen der vorgeschriebenen Impfung kündigen. Dies würde die angespannte Personalsituation noch weiter verschärfen.