Krebsvorsorge

„Loose tie": Tabuthema Prostatacheck im Präventionsfokus

Seit 2015 erinnert die Österreichische Krebshilfe gemeinsam mit Österreichs Urologen alle Männer ab 45 an die Prostatakrebs-Früherkennung. „Loose tie“, also die gelockerte Krawatte, soll daran erinnern, „dass sich die Männer vom Alltagsstress befreien und sich Zeit für diesen wichtigen Termin zu nehmen“ so Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda.

red/Agenturen

Am heutigen Europäischen Prostatakrebs-Awareness-Tag ist eine Aufklärungsinitiative rund um die bei Männern häufigste Krebserkrankung gestartet, in der Coronakrise zwangsläufig im Internet. Die „Patienten-Schulung Prostatakrebs“ erklärt in sechs Filmen Diagnose-Verfahren, Therapie-Optionen, die Behandlung möglicher Nebenwirkungen und die psychoonkologische Unterstützung.

Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung der österreichischen Männer und macht 25 Prozent der Inzidenz aus. 2017 erkrankten 5.697 Männer, 1.260 Männer starben daran. Rund jeder achte Krebstodesfall bei den Männern war auf Prostatakrebs zurückzuführen.

Im Jahr 2015 wurde von der Österreichischen Krebshilfe die Idee, mit der lockeren Krawatte – Loose Tie – an die Prostatakrebs-Früherkennung zu erinnern, geboren. „Bis dahin hat uns eine Marke für die Männergesundheit gefehlt“, erklärt Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda die Aktion. „Mit dem Lockern der Krawatte fordern wir gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und dem Berufsverband Österreichischer Urologen alle Männer auf, sich vom Alltagsstress zu befreien und sich Zeit für diesen wichtigen Termin zu nehmen.“ 

Besonders freuen sich die Initiatoren über das ehrenamtliche Testimonial der diesjährigen Aktion: der beliebte Schauspieler Juergen Maurer hat sich bereits im November des Vorjahres zum Shooting mit Starfotografin Sabine Hauswirth eingefunden und setzt mit lockerer Krawatte ein starkes Zeichen für die Männergesundheit.

„Vorsorgeuntersuchung ist ein Wort, dem gerne so eine unterschwellig geringfügige Bedeutung beigemessen wird. Man geht schließlich als „wahrer Mann“ erstens sowieso ungern, und zweitens erst dann zum Arzt wenn‘s irgendwo ordentlich wehtut. Dass das eine genauso überkommene wie dämliche Haltung ist, sollten wir Männer eigentlich inzwischen begriffen haben,“ so der Schauspieler, der sich mit diesem ehrenamtlichen Engagement gleich selbst bei der Nase nimmt: „Meine Teilnahme an der Kampagne zur Bildung von mehr Bewusstsein in dieser Frage war der auch für mich längst fällige Anstoß, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Danke dafür!“

Auch Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ist in der diesjährigen Kampagne vertreten, denn „eine medizinische Begleitung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern helfen dabei, fit und gesund alt zu werden.“

Zusätzlich wurde nun auch eine Loose Tie Mundnasenschutz-Maske gestaltet. Die Produktion und der Vertrieb sind eine Gemeinschaftsaktion von dem sozialintegrativen Verein gabarage upcycling design und der Krebshilfe. Der Reinerlös geht zu 50:50 an gabarage und die Loose Tie Aktion, sie ist hier erhältlich. 

Infos rund um die Früherkennung

Männliche Patienten sind generell zurückhaltender als Frauen, wenn es darum geht, sich um ihre Gesundheit zu kümmern oder Unterstützungsangebote anzunehmen. Laut Krebshilfe wird von den jährlich rund 22.000 Beratungsgesprächen mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen nur ein Drittel mit Männern geführt. Gemeinsam nach Lösungen zu suchen wäre aber wichtig, und die Informationsbeschaffung sei ein wichtiger Schritt im Umgang mit der Erkrankung.

Die Österreichische Krebshilfe und Österreichs Urologen empfehlen folgende Untersuchungen zur Prostatakrebs-Früherkennung:

Männer ab 45 sollten regelmäßig eine Prostatakrebs-Vorsorge-Untersuchung durchführen lassen.

Männer mit erhöhtem Risiko: Männer, deren Brüder und/oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind/waren, weisen ein doppeltes Risiko auf, im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Diese Männer sollten mit der Prostata-Vorsorgeuntersuchung bereits ab dem 40. Geburtstag beginnen.

Das Intervall der Nachfolgeuntersuchung sollte sich am aktuellen PSA-Wert und am Alter der Patienten orientieren, sofern keine Indikation zur Biopsie gegeben ist.

Für die Altersgruppe 45+ gilt:

• PSA < 1 ng/ml: Intervall alle 4 Jahre

• PSA 1–2 ng/ml: Intervall alle 2 Jahre

• PSA > 2 ng/ml: Intervall jedes JahrNur 

Männer über 70 Jahre sollten mit Ihrem Arzt ausführlich besprechen, ob und in welchem Intervall ein PSA-Test sinnvoll bzw. notwendig ist.

Krebsvorsorge für Männer

Kampagne

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Juergen Maurer
Schauspieler Juergen Maurer ist eines der Testimonials der heurigen Kampagne.
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Thomas Szkeres
Auch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres unterstützt „loose tie" und das Anliegen der Krebshilfe, Stichwort Prostatacheck.
Sabine Hauswirth_Krebshilfe