Esstörungen

Mädchenberatung im Burgenland vor neuen Herausforderungen

Die Corona-Pandemie hat für die burgenländische Mädchenberatung „Mona-Net“, die heuer ihren 20. Geburtstag feiert, zahlreiche neue Herausforderungen mit sich gebracht. Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten haben stark zugenommen, Isolation, familiäre und schulische Probleme machen den jungen Frauen zu schaffen, sagte Projektleiterin Isabell Semmelweis-Valenta am Freitag bei einer Pressekonferenz. Auch Gewalterfahrungen seien ein häufiges Thema.

red/Agenturen

„Was wir in den letzten Jahren vor der Pandemie erlebt haben, war gar nichts im Vergleich zu jetzt“, betonte Semmelweis-Valenta. Viele Mädchen würden darunter leiden, dass die Coronakrise den Kontakt zu Freunden und die Ausübung von Hobbys erschwere. „Auch das enge Zusammenleben auf einmal mit den Familien war für einige Kinder belastend“, ergänzte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ).

Die Spanne an Problemen reiche vom Entzug des Handys, in Zeiten, in denen das noch mehr Isolation bedeute, bis hin zu Gewalt, die sich die Mädchen auch selbst antun. „Da merkt man, dass die Pandemie doch einiges kaputt gemacht hat“, sagte Semmelweis-Valenta. Während es vor Corona eher um Ausbildung, Schule, Ernährung, Alkohol und sexuelle Erfahrungen gegangen sei, würden nun Ängste, Überforderung sowie Probleme mit den Eltern und Schulen überwiegen.

Die Servicestelle „Mona-Net“, die neben Online-Beratung auch Workshops und Beratung in den Schulen anbietet, feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Ihr Anliegen ist es, Mädchen niederschwellig und anonym bei verschiedenen Themen zu begleiten - von Bildungsberatung über Mobbing und Sicherheit im Internet bis hin zu KO-Tropfen und Missbrauchserfahrungen. Es gehe vor allem um „Selbstvertrauen und Selbstbehauptung“, meinte Eisenkopf. Ein wesentlicher Schwerpunkt für die Zukunft ist der MINT-Bereich.

Mona-Net