Neues Christian Doppler Labor

Nebenwirkungen von Eiseninfusionen im Fokus

Dem Eisenstoffwechsel widmet sich ein neues Christian Doppler(CD)-Labor an der Medizin-Universität Innsbruck, das am Donnerstag eröffnet wurde. Die Forscher wollen dort den Zusammenhang von Behandlungen bei Eisenmangel mit dem Phosphatspiegel erforschen. Ziel sind potenzielle Wirkstoffe für seltene Stoffwechselerkrankungen, für Knochengesundheit und gegen Knochenmetastasen.

red/Agenturen

Im Fokus des neuen „CD-Labors für Eisen- und Phosphatbiologie“ unter der Leitung des Gastroenterologen und Hepatologen Heinz Zoller von der Med-Uni Innsbruck stehen Nebenwirkungen bei der Behandlung von Eisenmangel mit intravenösem Eisen. Bei bestimmten Präparaten kann es dabei zu einer unerwünschten Senkung des Phosphatspiegels kommen. Dieses Problem kommt bei weit über 50 Prozent der Patienten vor, die intravenös Eisengaben erhalten. Das ist mit schwerwiegenden Folgen wie Muskelschwäche und Knochendegenerationen verbunden. Ein besseres Verständnis des zugrunde liegenden Mechanismus ist das Ziel des neuen CD-Labors.

Eine Schlüsselrolle dabei spielt das im Knochen produzierte Peptidhormon FGF23 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-23), das die Konzentration von Phosphat im Blut kontrolliert. Gemeinsam mit dem Industriepartner des CD-Labors, dem dänischen Arzneimittelhersteller Pharmacosmos, wollen die Wissenschafter „mittels detaillierter molekularer Studien die Regulation, die Spaltung und die Rezeptorbindung von FGF23 untersuchen und somit nicht nur eine sicherere klinische Anwendung von intravenösen Eisenpräparaten und eine sicherere molekulare Wirkstoffentwicklung erreichen, sondern auch neue Einblicke in die Eisen- und Phosphatbiologie gewinnen“. Ziel sei es, in den kommenden Jahren potenzielle neuartige Wirkstoffe für seltene Stoffwechselerkrankungen, für die Knochengesundheit und gegen Knochenmetastasen zu identifizieren, heißt es in einer Aussendung.

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget - im Fall des neuen CD-Labors für Eisen- und Phosphatbiologie rund 800.000 Euro - kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern.